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Prozess in Mönchengladbach: Fast ein Kilo Marihuana eingeschmuggelt

Prozess in Mönchengladbach : Fast ein Kilo Marihuana eingeschmuggelt

Im Mai 2013 wurden drei Drogenschmuggler in Elmpt bei einer Fahrzeugkontrolle entdeckt. Polizeibeamte fanden im Pkw fast ein Kilo Marihuana. Am Dienstag nun musste eine Hausfrau (29) aus Düsseldorf vor dem Mönchengladbacher Schöffengericht auf der Anklagebank Platz nehmen, weil sie damals ihren Freund und einen Fahrer auf der Schmuggeltour nach Holland begleitet hatte.

Die beiden Männer hatten die 29-Jährige mitgenommen, um an der Grenze seriöser zu erscheinen. Dagegen erhoffte sich die jahrelange Drogenkonsumentin einen kleinen Anteil an der Schmuggelware. Ansonsten sei sie nur Beifahrerin gewesen. Doch das Trio fiel auf, aus der Traum vom gewinnbringenden Drogendeal.

Die Angeklagte, Mutter eines Kleinkindes, das sie aber nur am Wochenende sehen darf, gab sofort jahrelangen Rauschgift-Konsum zu: "Mit 15 habe ich schon angefangen". Von ihrer türkischen Familie sei sie gegen ihren Willen verheiratet worden und habe bereits früh sowohl vom Vater als auch vom Ehemann Gewalt erfahren, schilderte die 29-Jährige. Offen gab die Frau zu, noch immer zu konsumieren. Aber sie sei fest entschlossen, eine Therapie zu machen.

Frau muss ein Jahr in Haft

Die Angeklagte sei auf der Drogenschmuggel-Fahrt nur eine Gehilfin gewesen, so der Verteidiger in seinem Plädoyer. Der Freund habe ihr nicht verraten, dass er fast ein Kilo Marihuana einführen wollte. Eigentlich sei der Junkie nur aus Gefälligkeit mitgefahren. Am Ende verurteilte das Schöffengericht die Angeklagte wegen Beihilfe zur gemeinschaftlichen Einfuhr von Rauschgift zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Von Bewährung war keine Rede. Schließlich war die 29-Jährige mehrfach vorbestraft — unter anderem wegen Beleidigung, Diebstahls, Widerstands und gefährlicher Körperverletzung.

(RP)