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Mönchengladbach: Fans sind sauer auf Borussia

Mönchengladbach : Fans sind sauer auf Borussia

Viele Dauerkarteninhaber hatten beim Ticketverkauf fürs Pokalspiel gegen Schalke keine Chance – auch weil Vereinsmitglieder dabei unbegrenzt zugreifen konnten. Der Club will die Kritik nicht auf sich sitzen lassen.

Viele Dauerkarteninhaber hatten beim Ticketverkauf fürs Pokalspiel gegen Schalke keine Chance — auch weil Vereinsmitglieder dabei unbegrenzt zugreifen konnten. Der Club will die Kritik nicht auf sich sitzen lassen.

Auf Borussias Seite im Internet-Netzwerk Facebook machen derzeit zahlreiche Fans ihrem Ärger Luft. "Ich werde das auf der nächsten Mitgliederversammlung ansprechen", schreibt ein Nutzer, "Das ist echt arm, Borussia!", ein anderer.

"Als Dauerkartenbesitzer ist die Verkaufsstrategie von Borussia einfach nur traurig", ein Dritter. Ähnlichen Inhalts sind auch viele Anrufe, die beim Verein eingehen. Der Tenor: Besonders Dauerkarten-Inhaber seien bei der Vergabe der Tickets fürs Pokalspiel gegen Schalke auf der Strecke geblieben.

Denn: Die Kartenabgabe für Vereins- und Fanprojekt-Mitglieder war nicht begrenzt, manche deckten sich also mit Dutzenden Karten ein. Und wer "nur" Fanclubmitglied oder Dauerkartenbesitzer ist, schaute im Zweifelsfall in die Röhre.

"Manche wollen sich bereichern"

Ein Dauerkarteninhaber aus Eschweiler etwa sagt, er sei Samstag extra 55 Kilometer zum Borussia-Park gefahren, um für sich und seinen Sohn — der mit seinen fünfeinhalb Jahren zwar Vereinsmitglied sei, aber noch kein zahlendes — zwei Tickets zu kaufen. "Um 10.05 Uhr waren wir am Stadion, nach drei Stunden Wartezeit hieß es: keine Chance." Auf der anderen Seite monieren viele Fohlen-Anhänger, dass bei Auktionsportalen wie Ebay plötzlich Tickets zu horrenden Preisen angeboten wurden. "Offenbar wollen sich manche Vereinsmitglieder so bereichern", sagt einer.

Der Verein will die Kritik nicht auf sich sitzenlassen. "Seit sieben Jahren gibt es das Abo-2-Angebot, mit dem Dauerkarteninhaber sich ihren Sitzplatz personalisieren lassen und damit eben auch zu allen Pokalspielen gehen können", sagt Geschäftsführer Stephan Schippers. "Dieser Service kostet keinen Cent extra. Jeder, der das nicht in Anspruch nimmt, ist im Prinzip selbst verantwortlich." Trotzdem habe er Verständnis für jeden, der darüber frustriert ist, dass er das Spiel nun nicht im Stadion sehen kann.

Fünf Ebay-Auktionen habe der Verein bisher beendet — alles Fälle, in denen Vereinsmitglieder Karten mit Gewinnabsicht weiterverkaufen wollten. "Wir sperren diese Tickets und verkaufen die Plätze neu. Und wir fordern den Gewinn ein, den die Betroffenen gemacht hätten, um ihn zu spenden", so Schippers. Zudem drohe man ihnen im Falle einer Wiederholung mit Rauswurf. Bei der Suche nach Übeltätern helfen auch die angesäuerten Fans — denn die schmollen nicht, sondern haben bein Facebook die Gruppe "Kampf dem Ticketschwarzmarkt" gegründet. 454 Mitglieder hatte sie gestern bereits, nach nur drei Tagen. Die Mitglieder fahnden in Internet-Auktionsbörsen nach überteuerten Tickets und melden diese Borussia und anderen betroffenen Clubs.

Bleibt trotzdem die Frage, ob der Verein sich nicht eine Menge Scherereien erspart hätte, wenn er die Ticket-Abgabe fürs Pokalspiel auf fünf Karten pro Person beschränkt hätte — so wurde beispielsweise das Topspiel gegen Bayern am 20. Januar gehandhabt. Auch diese Karten gab es am Samstag zu kaufen.

(RP)