Mönchengladbach Fanbus-Attacke: Zwölf Tatverdächtige ermittelt

Mönchengladbach · Vor dem Angriff von Kölner Hooligans auf einen Fanbus mit Borussia-Anhängern hat es einen weiteren Zwischenfall auf der A 3 gegeben. Das teilte die Kölner Polizei am Mittwoch mit.

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Foto: Facebook

Zwischen 20 und 21.30 Uhr wurde demnach am vergangenen Sonntag noch ein anderer Reisebus mit Fans aus Mönchengladbach belästigt. Im Vergleich zu der nachfolgenden Attacke war dieser Vorfall laut Polizeibericht harmlos. Zwei Kleinbusse der Marke Mercedes-Benz Vito und mehrere Pkw, besetzt mit Kölner Hooligans, sollen auch diesen Reisebus mehrfach auffällig überholt haben. In dem Fall waren keine Verkehrsverstöße angezeigt worden, doch offensichtlich fühlte sich auch dieser Busfahrer bedrängt. In Montabaur entschloss er sich, die Autobahn zu verlassen. Er wurde nicht weiter verfolgt.

Die Kölner Polizei, die nach dem gewalttätigen Übergriff auf einen Reisebus mit Borussen-Fans am Sonntag gegen 23.30 Uhr die Ermittlungsgruppe "Abseits" einrichtete, konnte bis jetzt zwölf Tatverdächtige ermitteln. Sie stammen aus Köln sowie den Kreisen Euskirchen und Ahrweiler (Rheinland-Pfalz), sind alle als "Problemfans" bekannt und gehören der Ultraszene des 1. FC Köln an. Die Namen der Tatverdächtigen wurden von der Polizei zwischenzeitlich dem 1. FC mitgeteilt. Bei einem Abgleich der Daten stellte sich heraus, dass es sich bei den Verdächtigen unter anderem um Mitglieder des Fan-Clubs "Wilde Horde" handelt und auch eingetragene Vereinsmitglieder des 1. FC dabei waren. Gegen sie wurden Verfahren zur Verhängung mehrjähriger bundesweiter Stadionverbote bzw. zum Vereinsausschluss eingeleitet.

Weitere Zeugen gesucht

Die Hooligans sollen am Sonntag einen Fanbus mehrfach abgedrängt und ihn sogar gerammt haben. An der Raststätte Siegburg-Ost griffen die teilweise Vermummten mit Schlagstöcken und Pflastersteinen an. Scheiben gingen zu Bruch. Die Polizei ermittelt seitdem unter anderem wegen Nötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch.

Wie die Kölner Polizei mitteilte, konnten an den bereits bekannten Tatorten Beweismittel sichergestellt werden, dennoch werden weitere Zeugen gesucht, die an den Raststätten Montabaur und Siegburg verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Tel. 0221 2290.

(RP/ila)
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