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Natur-Kolumne Mönchengladbach: Elke Kamper über Regenspaziergänge im Wald

Natur-Kolumne : Von wegen Regen!

Bei Regen in den Wald? Auf diese Idee würde man nicht unbedingt kommen. Unsere Autorin verrät in ihrer Natur-Kolumne jedoch, warum sich gerade das lohnt.

Wenn es regnet, wollen die meisten Menschen nicht vor die Türe. Und ein Ausflug in den Wald gehört sicherlich nicht in die Top Ten der Lieblingsbeschäftigungen bei Regen. Warum ist das eigentlich so? Es gibt wirklich ein paar gute Gründe, auch bei Regen einen Ausflug in den Wald zu machen, sei es nun mit der Familie, alleine oder mit Freunden. Vorausgesetzt, dass alle Familienmitglieder eine gute Regenausrüstung haben. Ein paar gute Gummistiefel und eine Regenjacke, die dicht ist, sind schon wichtig. Es spricht auch nichts dagegen noch einen Schirm mitzunehmen. Wobei mich dabei immer stört, dass ich die Hände nicht frei habe, um die Natur zu erkunden.

Warum man bei Regen in den Wald gehen sollte: Zum einen ist es wunderbar leer. Zum anderen ist eine gute Vorübung für einen möglichen verregneten Urlaub. Wenn die ganze Familie es zu Hause schon „geübt“ hat, dann wird der Urlaub nicht zur Superenttäuschung. Aber vor allem sind die Geräusche und die Farben im Wald bei Regen vollkommen anders. Wir hören viel weniger Tier-, aber dafür ganz unterschiedliche Regengeräusche. Probiert es einmal aus. Könnt ihr das Geräusch von Regen, der auf ein Blatt fällt unterscheiden von Regen, der auf einen Kiesweg fällt?

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Und wenn ich schon so schwärme, dann auch über den Geruch im Wald bei Regen: Nicht nur das der Wald wie frisch gewaschen aussieht und die Farben alle besonders intensiv wirken. Es duftet auch frischer und klarer. Das ist umso erstaunlicher, weil Regen an sich geruchlos ist. Was ist es denn, was da so duftet?  Lasst euch von eurer Nase führen und erschnuppert den „Regenwald“ mit allen kleinen und großen Nasen. Es lohnt sich wirklich darauf zu achten. Dass die ganze Familie einen Pfützenspring-Wettbewerb veranstalten kann, ist noch ein Pluspunkt für einen Tag bei Regen im Wald. Wer kann die höchsten Pfützenspritzer machen? Wer kann am lautesten in die Pfütze springen? Schön ist es auch herauszufinden, wer in seinen Händen die meisten Regentropfen sammeln kann.

 Elke Kamper gibt Tipps für einen spannenden Aufenthalt im Wald.
Elke Kamper gibt Tipps für einen spannenden Aufenthalt im Wald. Foto: Tessa Fischer

Was ich als Waldfee noch empfehlen kann? Nehmt euch ein Tarp, also ein regenfestes „Sonnensegel“ und ein paar Schnüre und Heringe mit in den Wald. Dieses macht ihr an einer Stelle fest, die euch besonders gut gefällt und die einen tollen Ausblick hat. Und am besten an einem ganz dicken Baum. Wenn ihr dann bei einem mitgebrachten Tee alle zusammen unter dem Tarp sitzt und dem Regen lauscht, ist das um einiges gemütlicher und aufregenden als zu Hause auf der Couch.

Sollte es währenddessen aufhören zu regnen, springt nicht gleich auf, sondern beobachtet etwas länger, was jetzt plötzlich alle so los ist in der Natur. Wenn ihr ganz leise seid, könnt ihr wirklich wundervolle Waldmomente erleben. Auf dem Rückweg könnte die ganze Familie noch nach einem Bach Ausschau halten und gemeinsam den Bach erkunden. Beim oder nach dem Regen verändert sich auch der Waldbach. Je nachdem, wie viel es geregnet hat, kann aus dem kleinen Bach auch schon einmal ein bewegter, größerer Bach werden, auf dem man prima zum Abschluss des Familienausfluges mit selbstgebauten Mini-Flößen um die Wette fahren kann. Das Material hierfür könnt ihr vorab im Wald sammeln. Ach, ich könnte noch stundenlang vom Regen-Waldausflug schwärmen, aber ich sehe gerade, dass es draußen anfängt zu regnen und da muss ich einfach raus und genießen. Ihr findet mich also auch bei Regen im Wald. Bis bald!

Elke Kamper. Foto:Tessa Fischer