Mönchengladbach: Wohngebiet für Familien mit Kindern in Venn

Wettbewerb in Mönchengladbach : Wohngebiet für Familien in Venn geplant

In Venn sollen auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche 150 Wohneinheiten entstehen. Der Siegerentwurf sieht Einfamilienhäuser, aber auch Mehrgenerationenwohnen vor. Die Zahl der Kita- und Schulplätze soll angepasst werden.

Dass Mönchengladbach wächst und weiter wachsen will, ist spätestens klar, seit nahezu jeder Vorgang rund ums Rathaus das Signet „mg + – Wachsende Stadt“ trägt. Der Druck aus Düsseldorf ist hoch, weil dort die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren so rasant gestiegen sind, dass sich junge Familien und beachtliche Teile der Mittelschicht adäquates Wohnen kaum mehr leisten können. Aber auch in Mönchengladbach selbst wächst die Nachfrage nach Immobilien für Familien. Deshalb weist die Stadt neue Wohngebiete aus. Eines davon soll in Venn zwischen Stationsweg und Hamerweg entstehen. Auf einem Grundstück der städtischen Tochter EWMG sollen 150 Wohneinheiten entstehen.

Die Fläche Die 3,4 Hektar, auf denen das Wohngebiet entstehen soll, werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Ursprünglich waren sie als Erweiterungsfläche für die benachbarte katholische Grundschule Venn vorgesehen. „Aufgrund des fehlenden Bedarfs für eine Erweiterung und zur städtebaulichen Arrondierung“ soll der Bereich jetzt bebaut werden. Dafür muss der Flächennutzungplan entsprechend geändert werden.

Das Ziel „Einen attraktiven Wohnstandort insbesondere für Familien mit Kindern schaffen, der sich ideal in die Landschaft und die bestehende Bebauung einfügt“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Hier soll das Neubaugebiet entstehen: In der Mitte der Thomassenweg mit Blick richtung Stationsweg, links im Hintergrund die katholische Grundschule. Foto: Denisa Richters

Der Wettbewerb Im Juli 2018 wurde ein nicht-offener Wettbewerb gestartet, an dem sechs Teams aus Architekten, Planern und Landschaftsarchitekten teilgenommen und Entwürfe eingereicht hatten. Eine Jury aus Planern, Politikern, Vertretern der EWMG und der Stadtverwaltung hat daraus im November mit breiter Mehrheit aus 13 von 15 Stimmen den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Thomas Schüler Architekten aus Düsseldorf und Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur aus Stuttgart als Sieger gekürt.

Der Siegerentwurf Vorgesehen sind drei eigenständige Quartiersbereiche, an deren Rändern lockere Bebauung aus Einfamilienhäusern mit Flachdächern vorgesehen ist. Nach innen sollen verdichtete Hausgruppen mit Satteldächern entstehen. Sowohl im Innenbereich sind „Nachbarschaftsplätze“ mit Spielmöglichkeiten geplant. Am Eingang vom Thomassenweg aus sollen ein Quartierplatz sowie Baufelder für Baugruppen und Mehrgenerationenhäuser entstehen. Erschlossen werden alle drei Bereiche von der zentralen Zufahrt vom Stationsweg aus. Im Westen weist der Siegerentwurf Freiraum mit einer zentralen Spiel- und Freizeitfläche aus, die allen Vennern offenstehen soll.

Ökologie und Familien Planungsdezernent Gregor Bonin betont den ökologischen Schwerpunkt des Neubaugebiets mit modernem Regenwasserkonzept, autarker Energieversorgung des Quartiers und integriertem Mobilitätspunkt. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag, um Mönchengladbach für Familien mit Kindern attraktiv zu machen“, betont Rathaus-Chef Hans Wilhelm Reiners.

Schulen und Kitas In Venn fragen sich manche, ob bei 150 Wohneinheiten, mit der sich die Stadt insbesondere an Familien mit Kindern richtet, überhaupt die Infrastruktur für Kita-Plätze und Schulen ausreicht. Immerhin hatte es im vergangenen Jahr Engpässe bei der Versorgung mit offenen Ganztagsplätzen gegeben, auch bei Grundschulen und in Kitas ist es nach Elternangaben eng. Stadtsprecher Dirk Rütten gibt sich auf Nachfrage unserer Redaktion zuversichtlich. Beim Erstellen des Schulentwicklungsplanes 7 für die Primarstufe sei das Neubaugebiet ab dem Schuljahr 2020/21 mit einer Schülerzahlsteigerung berücksichtigt worden. Da Kinder an der wohnortnächsten Schule einen Aufnahmeanspruch hätten, könne das dazu führen, dass sich die Aufnahmemöglichkeiten an der KGS Venn für Kinder, die nicht unter diesen Anspruch fielen, reduzierten.

Bei den Kita-Plätzen verweist Rütten auf die beschlossenen Ausbauplanung für die Kindergartenjahre bis 2022/2023, in der die Strategie der wachsenden Stadt berücksichtigt worden sei. „Bei 150 Wohneinheiten errechnet sich eine Betreuungsplatzbedarf von etwa neun Kindern je Jahrgang“, so Rütten. Im ehemaligen Stadtbezirk Hardt, zu dem Venn gehört, sei aktuell ein Rückgang bei der Betreuung der unter Dreijährigen zu verzeichnen, weshalb dort Kinder aus anderen Stadtteilen betreut würden. Sobald in besagten Stadtteilen die geplanten Kitas gebaut seien, werde im früheren Stadtbezirk Hardt Platz frei. Hinzu kämen Neubauten an der Hardter Waldstraße, am Vossenbäumchen und ab 2020 am Tomper Feld mit insgesamt 125 Plätzen. Im weiteren Verfahren soll zudem am Stationsweg eine viergruppige Kindertageseinrichtung entstehen.

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