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Mönchengladbach: Vom Corona-Alltag in den Schulalltag

Schüler-Kolumne : Vom Corona-Alltag in den Schulalltag

Ich bin Luna, 14 Jahre alt, und Schülerin des Gymnasiums Rheindahlen. Die Vorstellung, morgens vom Wecker geweckt zu werden und früh mit dem Bus zur Schule zu fahren, fühlt sich von Woche zu Woche surrealer an. Nun haben wir schon seit acht Wochen Unterricht in Eigenregie von zu Hause.

Neuen Wissensstoff müssen wir uns mit Hilfe von Videos und digitalen Arbeitsblättern täglich aneignen, die Aufgaben lösen und dem Lehrer per Moodle – unserem digitalen Klassenzimmer – zukommen lassen.

Die Aufgaben werden immer umfangreicher und fesseln mich bis in den Nachmittag an den Schreibtisch: ob Exponentialfunktionen in Mathe, Heilig- und Seligsprechung in Religion oder das Thema „Die EU in 20 Jahren“ in EC (Wirtschaft). Und ich fange schon früh damit an.

Auch meine Ballettlehrerin meint es sehr gut mit uns und bietet drei mal die Woche live Ballettunterricht per Videostream aus dem Ballettsaal an. Teilnahme ist gerne gesehen. Hatte ich erwähnt, dass trotz Corona auch meine Musikschule von mir erwartet, regelmäßig meine Klavierübungen zu tätigen?

Manchmal ist es einfach alles zu viel. Wie soll das nach Corona werden? Kommen wir in unseren gestressten Alltag mit Wecker, Schulterminen, Hausaufgaben, dem Lernen für Prüfungen und Nachmittagsaktivitäten wie Sport oder Musik wieder problemlos rein? Ab nächster Woche wissen wir mehr. Mein Klavierunterricht geht mit Mundschutz und auf 1,5 Meter Abstand wieder los.

Auch für meine kleine Schwester Stella, die ebenfalls den ganzen Vormittag an Schulaufgaben sitzt, wird in absehbarer Zeit die Schule wieder anfangen. Sie freut sich sehr, weiß aber nicht, was auf sie zukommt. In ihrer kindlichen Vorstellung spielt sie mit ihren Freunden auf dem Pausenhof und der Unterricht ist wie immer.

Nur meine Mama ist übermotiviert: Das alte Sideboard hat sie neu gestrichen, die analogen Kameras hervorgeholt und Filme selbst entwickelt, einen kleinen Gemüsegarten angelegt und nebenbei hat sie selber Mozzarella hergestellt.

PS: Unsere abgesagte Klassenfahrt nach Hamburg, soll wahrscheinlich nächstes Jahr nachgeholt werden!

Luna Romboy schreibt für unsere Familienseite regelmäßig über ihre Erlebnisse als Schülerin – auch jetzt in der Corona-Krise.