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Mönchengladbach: Trommelkünstler im Wald

Natur-Kolumne : Trommelkünstler im Wald

Dieses Mal geht es um ein Waldtier, das etwas ganz Besonderes kann: wild trommeln, ohne Kopfschmerzen zu bekommen. Warum das so ist, erklärt der Specht selbst. Und er hat auch noch ein Spiel in petto.

Hallo, mein Name ist Specht. Bunt-Specht. An dieser Stelle schreibt sonst immer meine Freundin, die Waldfee Elke, ihre Natur-Kolumne. Nun ist sie ein paar Tage unterwegs und hat mich gebeten, etwas zu schreiben. Und die Gelegenheit nutze ich natürlich und schreibe – über mich. Denn ich finde, es wird viel zu wenig über mich berichtet. Alle wissen Bescheid über Bienen und Eichhörnchen und Füchse. Jetzt erfahrt ihr aber auch noch etwas über mich. Ich bin nämlich auch ein richtiges Waldtier (na gut, ein paar von uns leben auch in Parks). Logisch, ich lebe ja im Baum. Und weil die Kolumnistin so viel im Wald unterwegs ist, haben wir uns dort auch kennengelernt. Außer mir, dem Buntspecht, gibt es aber auch noch andere Spechte, z.B. Grünspechte, Schwarzspechte, Weißenrückenspechte. Aber heute geht es um mich, den Buntspecht. Ich selber habe einen roten Punkt auf dem Nacken, daran könnt ihr erkennen, dass ich ein Männchen bin.

Als die Waldfee Elke mich kennenlernte, fragte sie mich als erstes, wieso ich so toll hämmern kann, ohne Kopfschmerzen zu kriegen. Das fragen alle zuerst, ich erkläre es immer wieder gerne. Denn darauf bin ich in der Tat sehr, sehr stolz, das ist ein absolut tolles Alleinstellungsmerkmal. Ich kann ohne Kopfweh hämmern, weil mein Gehirn wie eine Insel schwimmend in meinem Kopf gelagert ist. Und dann hat sie noch gefragt, warum ich denn überhaupt so tolle Klopfgeräusche machen. Das fragen auch immer alle. Ein Grund ist, dass ich in der Balzzeit trommele, da mache ich die Weibchen auf mich aufmerksam. Grund Nummer zwei: Man hört mich trommeln, wenn ich meine Höhle in einem alten, morschen Baum zimmere. Der dritte Grund ist, dass ich unter der Baumrinde nach meinem Essen suche. Da sitzen herrlich leckere Köstlichkeiten, also Insekten und Larven. Meine absolute Spezialität ist die Zapfenschmiede. Ich lege einen Zapfen so in eine Astgabelung oder einen Spalt des Baumes, dass er ganz fest sitzt und dann kann ich genüsslich die Samen aus dem Zapfen picken. Echt lecker und so praktisch. Und jetzt noch Grund Nummer vier: Ganz klar muss ich mich auch verteidigen, ich trommel also auch zur Revierabgrenzung. Nur Trommeln ist mir aber zu wenig, ich rufe auch gerne noch laut. Das klingt ein wenig so wie ein menschliches „Kiks“.

Ach, ich könnte noch stundenlang von mir erzählen, aber die Kolumnistin meinte, ich soll auch noch ein Spiel vorstellen, das macht sie an dieser Stelle auch immer. Na, dann gibt es natürlich jetzt ein Buntspecht-Spiel. Weil ich so ein toller Trommler bin, fordere ich euch zum Trommelabenteuer auf. Im Wald findet sich genug Material mit dem man trommeln kann. Sucht euch zwei Stöcke oder bringt eine Handtrommel mit. Es geht auch mit zwei Steinen. Jetzt beginnt eine Person und ruft: „Ich bin der Specht – Spechtalarm!“ Sie startet einen Trommelrhythmus, und alle anderen versuchen, den Rhythmus nachzumachen. Aber vergesst nicht, ich bin ein cooler Trommler und baue gerne alle paar Sekunden einen richtigen Trommelwirbel ein. Könnt ihr das auch? Ihr könnt euch auch mal in eine Reihe hintereinander setzen und auf dem Rücken des Vordermanns/Vorderfrau/Vorderkind versuchen, den sanften Rhythmus zu schlagen, den der „Specht“ vorgibt. Das ist dann zugleich eine tolle Rückenmassage. Von der Waldfee soll ich euch noch sagen, das alle Spiele für wirklich alle geeignet ist, kleine und große Waldbesucher, da ist sie immer ganz streng, weil sie findet, dass man nie aufhören sollte zu spielen.

Das war es für heute von mir. Bis bald, im Wald!

Elke Kamper ist Naturerlebnispädagogin, Wildbienenexpertin und Entspannungspädagogin sowie Mutter von zwei Kindern.