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Mönchengladbach: Trennung: Wie sag’ ich’s meinem Kind?

Wenn sich Mama und Papa scheiden lassen : Trennung: Wie sag’ ich’s meinem Kind?

Eltern sind oft rat- und hilflos, wenn es darum geht, ihre Kinder über die geplante Trennung zu informieren. Hilfe bieten Familien- und Erziehungsberatungsstellen.

Manchmal geht es einfach nicht mehr – eine Beziehung, mit viel Euphorie und Verliebtheit begonnen, endet in Trennung und Scheidung. Das ist auch dann schmerzhaft, wenn es nur um zwei Menschen geht. Wenn aber in einer Familie eine Trennung vollzogen wird und Kinder betroffen sind, ist besonders viel Sensibilität erforderlich. „Die Trennungsproblematik ist ein großer Schwerpunkt in der Arbeit der Familienberatungsstelle“, sagt Edeltraut Tönnis, die Koordinatorin der Einrichtung des Diakonischen Werks. „Auch Eltern, die sich gütlich trennen, wissen oft nicht, wie sie die Tatsache ihrem Kind am besten vermitteln.“

Welcher Weg tatsächlich der beste ist, ist je nach Alter des Kindes verschieden. Aber generell sei es positiv, wenn die Eltern gemeinsam mit dem Kind sprechen, sagt die Expertin.  „Man kann dem Kind erklären, dass Mama und Papa nicht  mehr zusammen wohnen wollen.“ Aber – und das ist wichtig  – die Eltern sollten immer deutlich machen, dass das Kind keine Schuld an der Trennung trägt. Kinder glauben das oft, weil sich die Streitigkeiten der Eltern häufig auch um Erziehungsfragen drehen. Deswegen bleibt die wichtigste Botschaft: „Wir haben dich lieb und du bist nicht schuld daran, dass wir uns trennen.“  

Je jünger das Kind ist, desto besser durchdacht sollte die künftige Situation sein, wenn das Kind von der Trennung erfährt. „Konkrete Angaben schaffen Sicherheit“, sagt Tönnis. Bei wem soll das Kind leben, wie oft und wann beim anderen Partner zu Besuch sein? Das alles ist bei einer freundschaftlichen Trennung schon schwer zu regeln, bei stark zerstrittenen Paaren wird es scheinbar zur Unmöglichkeit. „Dann kann man die Eltern nicht gemeinsam beraten“, sagt Tönnis. „Erst mal sind Einzelgespräch nötig, damit jeder seinen Frust loswerden kann.“ Oft werde jede Handlung des anderen als Angriff auf die eigene Person erlebt. Zum Beispiel wenn das Kind beim Sportverein angemeldet wird und das Training zu einem gefühlt ungünstigen Zeitpunkt stattfindet. „Es ist dann wichtig, das Gespräch wieder in Gang zu bringen und den Blick aufs Kind zu richten“, sagt die Beraterin.

Hochstrittige Paare werden auch von den Familiengerichten in die Beratungsstellen geschickt, um Vereinbarungen zu erarbeiten. Schließlich geht es ja um das Wohl des Kindes.  „Wir versuchen dann, Lösungen zu erarbeiten, am besten möglichst konkret“, beschreibt Tönnis das Vorgehen. Zum Beispiel indem man anhand eines Jahreskalenders wichtige Termine wie Geburtstage, Wochenenden und Ferien durchgeht und verteilt. Auch möglicherweise auftretende Probleme werden schon besprochen und das Vorgehen verbindlich vereinbart: Was passiert im Krankheitsfall? Wie geht man damit um, wenn einer einen Termin verschieben möchte? Wann und wie kann getauscht werden? Je konkreter die Absprachen, desto reibungsloser der Ablauf.

„Es gibt dann noch eine Erprobungsphase, nach der wir uns wieder treffen und alles besprechen“, sagt Tönnis. Aber auch wenn es richtig ist, im Vorfeld vieles zu klären – in Stein gemeißelt darf die Vereinbarung auch nicht sein. „Die Absprachen müssen an die Entwicklung des Kindes angepasst werden“, sagt die Beraterin. „Kinder haben ihre eigenen Bedürfnisse und lassen sich nicht auf Dauer verplanen.“ Wo sie beispielsweise ihren Geburtstag feiern, ist sehr vom Alter abhängig.

Die Familienberatung ist für die Ratsuchenden kostenlos. Einzige Bedingung: Das Kind muss in Mönchengladbach leben. Und selbstverständlich sind die Berater an die Schweigepflicht gebunden.