Mönchengladbach: Sommerleseclub ist auf der Zielgeraden

Aktion der Stadtbibliothek : Sommerleseclub ist auf der Zielgeraden

Auch Kinder unter zehn Jahren können jetzt mitmachen – allerdings im Team mir Mutter oder Vater.

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, und der Sommerleseclub der Stadtbibliothek geht in seine heiße Phase. Seit 2006 haben 19.400 Schülerinnen und Schüler teilgenommen und zusammen 160.000 Bücher gelesen, wie die Leiterin der Stadtbibliothek, Brigitte Behrendt resümiert. In diesem Jahr haben die Veranstalter die Erfolgsgeschichte des Lesemarathons bewusst etwas anders ausgeschrieben als bislang. In den Zweigstellen Giesenkirchen und Rheindahlen konnten erstmals intergenerative Leseteams an den Start gehen. So wie das „Team Eva“, bestehend aus der neunjährigen Eva und ihrer Mutter Doris Küppers. Eva sucht die Bücher aus, liest sie mit ihrer Mutter und bewertet sie dann. Fünf Bücher haben die beiden so bereits gelesen, zwei stehen noch auf ihrer Liste. Eva ist knapp ein Jahr zu jung für den klassischen Sommerleseclub, der sich an Jungen und Mädchen von zehn bis 13 Jahren richtet. „In dem Alter setzt der ,Leseknick‘ ein, deshalb sprechen wir die Schüler in der Altersklasse gezielt an“, erklärt Behrendt das Konzept.

Von diesem Leseknick sind die Teilnehmer des Sommerleseclubs in der Tat nicht betroffen. Luca (12) hat in den Sommerferien 13 Bücher gelesen, Anne (10) vier, Linda (12) sieben, Lia (12) fünfzehn und Anna (12) hat neun Bücher von Anfang bis Ende gelesen. Toung An (10) ist sich nicht sicher. „86 Bücher“, glaubt sie und schaut sicherheitshalber in ihrem „Logbuch“ nach, das alle Kids beim Sommerleseclub führen und in das sie für jedes gelesene Buch einen Stempel bekommen. „Es waren 89 Bücher“, korrigiert das Mädchen. Und was waren das für Bücher? „Vor allem Comics und Mangas“, erklärt die Schülerin, die im Math.-Nat.-Gymnasium nach den Sommerferien die sechste Klasse besuchen wird. Comics sind durchaus Teil der Idee des Sommerleseclubs, wobei die Comics eine gewisse Textmenge aufweisen.

Als „Team Eva“ verbuchen Tochter und Mutter ihre Leseerfolge online, indem sie dort Fragen beantworten oder einen Text über das Buch verfassen. Das entlastet die Mitarbeiter.

Was macht den Reiz am Sommerleseclub aus? „Die meisten Bücher, die ich zuhause habe, kenne ich schon“, sagt Luca, und Lia erklärt: „Hier gibt es Bücher, die man noch nicht kennt.“ Auch für Linda sind „die neuesten Bücher“, die sie hier findet, Gründe zum Mitmachen. Einen Bonus haben die Teilnehmer gegenüber den anderen Bibliotheksbesuchern: „Einige neue Titel, die sehr beliebt sind, haben wir mehrfach angeschafft. Sie sind aber bis zum Ende der Sommerferien nur für Teilnehmer des Sommerleseclubs ausleihbar“, verrät Behrendt. Besonders beliebt in diesem Jahr ist „Gregs Tagebuch“, eine Comic-Roman-Reihe von Jeff Kinney. Doch es gibt noch weitere Gründe, die motivieren: „Die Gewinne, die Urkunde“, sagt Anne. Ein gutes Argument, denn auch in diesem Jahr lädt einer der Sommerleseclub-Partner, die NEW, ins Volksbad zur Abschlussparty und der Preisverleihung ein. Da wird auch Borussia Maskottchen Jünter auftauchen.

Welche Bücher empfehlen die Kids? „Wings of Olympus“, schlägt Lia vor. Es sei ein Buch über griechische Mythologie, Freundschaft und Spaß im Leben. Annas Lesetipp ist „Das Geheimnis des Wunderschmieds“ von Jessica Townsend. Das Buch handle von einem Mädchen, das denkt, es sei verflucht. Der Spaß am Lesen ist den Sommerleseclubbern anzusehen, wenn sie erzählen – sowohl den klassischen Teilnehmern als auch den neuen, wie denen des neuen Teams Eva. „Die Rückmeldungen zu dem intergenerativen Konzept sind positiv – auch von Seiten des Personals“, sagt Brigitte Behrendt.

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