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Mönchengladbach: Schulwahl zu Corona-Zeiten

Schulleiter-Kolumne : Schulwahl in Corona-Zeiten

Die Tage der offenen Tür sind abgesagt. Aber wie können sich Eltern verlässlich über die richtige weiterführende Schule für ihr Kind informieren? Worauf sollte man achten? Unser Kolumnist, selbst Leiter eines Gymnasiums, gibt Tipps.

Ab kommenden Samstag bis 3. Februar haben die Eltern von Viertklässlern die Qual der Wahl, welche weiterführende Schule ihre Kinder ab dem kommenden Schuljahr besuchen. Die Anmeldetage stehen an!

Üblicherweise ist die Wahl der richtigen weiterführenden Schule zeitintensiv. Spätestens mit Beginn des letzten Grundschuljahrs beginnt ein langwieriger Orientierungsprozess, in dessen Verlauf die verschiedenen Schuloptionen sondiert werden. In einem ersten Schritt werden zumeist persönliche Gespräche in Freundes- und Bekanntenkreisen geführt. Diese ersten Eindrücke sind eher geprägt von viel Hörensagen. Eine erste Vorauswahl wird getroffen, um in der Folge verschiedene Informationsabende zu besuchen. Intensives Homepage-Studium versüßt in dieser Zeit viele Abende. Unbestrittener Höhepunkt der Orientierung sind jedoch die Tage der offenen Tür.

Aus Schulsicht ist ein gut besuchter Tag der offenen Tür Anerkennung für die geleistete Arbeit und die Wahrnehmung der Schule in der Stadt. Aus Elternsicht bietet ein solcher Tag die Möglichkeit, Schulschwerpunkte, Programmatik und das Lehrerkollegium in verdichteter, wenngleich auch hochglanzpolierter Form zu erleben. Eltern bekommen einen Eindruck, den bis dahin keine andere Informationsquelle gleichwertig vermitteln konnte: Wie ist die Atmosphäre an der Schule? Wie gehen Lehrkräfte miteinander um, mit den Eltern, die als Gäste kommen, wie mit den Schülerinnen und Schülern? Ebenfalls interessant: Wie gehen Schülerinnen und Schüler miteinander um, wie reagieren sie auf die Fragen der Gasteltern und -kinder? Und da gibt es in diesem Jahr ein coronabedingtes Problem. Die Tage der offenen Tür mussten entfallen. Die Schulen haben – in unterschiedlicher Konzeption – digitale Formate entwickelt, um Eltern ansprechend und kurzweilig zu informieren. So ist ein kleiner atmosphärischer Einblick möglich, der ergänzt werden kann durch die persönliche Kontaktaufnahme zur Schule.

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Mit der Wahl einer Schule wird zugleich auch eine Entscheidung über die Schulform getroffen. Ich höre immer wieder die elterliche Sorge, ob ein Kind trotz guter Leistungen in der Grundschule am Gymnasium überfordert sein könnte. Mein Rat: Vertrauen Sie der Schulformempfehlung der Grundschule. Die Kollegen dort kennen ihre Schüler sehr gut.

Schulen haben nicht nur unterschiedliche Schwerpunkte, sondern unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer inneren Organisation: Wie ist das Stundenraster? Die Länge der Stunden und die Abfolge von Unterricht und Pausen geben den Lerntakt vor. Eine stimmige Rhythmisierung ermöglicht das richtige Maß an Anspannung und Entspannung. Werfen Sie auch einen Blick auf die außerunterrichtlichen Angebote. Gibt es AG oder Betreuungsangebote, in denen Sie Ihr Kind sehen? Kann sich Ihr Kind entwickeln und auch neue Interessen entdecken?

Ein heikler Punkt zum Schluss: Wer wählt die Schule – Kind oder Eltern? Ganz klar: Die Wahl der weiterführenden Schule ist eine entscheidende und langfristig angelegte. Eltern können die Folgen wesentlich besser überblicken. Aber: Nehmen Sie Ihr Kind mit seinen Wünschen und Befürchtungen ernst – und bei Ihrer Schulwahl mit.

Jan Funken ist Schulleiter des Math.-Nat. und Vater von vier Kindern. Foto: Jana Bauch