Mönchengladbach: Mein Kind wird im Netz gemobbt

Gefahr im Internet: Mein Kind wird im Netz gemobbt

Die Polizei informiert an der VHS über Gefahren im Internet.

Andere Klamotten, anderer Status, andere kulturelle Zugehörigkeit – die Anlässe für Mobbing können ganz banal sein, die Auswirkungen dafür umso schlimmer. „Streitthemen unter Jugendlichen gab es immer. Nur hat man früher geredet, heute tauscht man sich über Messanger-Dienste aus“, sagt Polizeisprecherin Isabella Hannen.

„Klassisches“ Mobbing ist ein aggressives Verhalten, mit dem ein anderer Mensch absichtlich körperlich oder psychisch über einen längeren Zeitraum geschädigt wird. Mobbing ist in der Regel kein individuelles Problem zwischen Täter und Opfer, sondern muss als Prozess betrachtet werden, an dem eine ganze Klasse oder Gruppe in verschiedenen Rollen beteiligt ist. Mobbing kann sich praktisch überall entwickeln, wo Menschen zusammen leben, lernen oder arbeiten. Cybermobbing weist im Grunde die gleichen Tatumstände auf wie verbales Mobbing, es bedient sich lediglich anderer Methoden. Die Täter nutzen Internet- und Mobiltelefondienste zum Bloßstellen und Schikanieren ihrer Opfer.

Die Polizei informiert regelmäßig über Gefahren im Internet, auch über Cybermobbing. Der intensive Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen bedeutet für Eltern  eine ebenso intensive Auseinandersetzung mit den vielen Möglichkeiten und Gefahren des Internets. „Eltern dürfen nicht wegschauen“, sagt Isabella Hannen, „sie müssen den Medienkonsum zeitlich und inhaltlich einschränken und Regeln aufstellen.“

Auch beim „Chatten“ gibt es Regeln. Das gilt auch für Foren speziell für Kinder und Jugendliche. Gerade die seien oft wahre Tummelfelder für pädophile Täter, so die Polizei. Täter  würden die Unbedarftheit der jungen Chatter ausnutzen, entlockten ihnen mit Tricks Adressen oder Handynummern, bewegten sie dazu, die Web-Cam einzuschalten oder verabredeten sich zu Treffen. Dass eingestellte Fotos manipuliert, mit pornographischen Bildern kombiniert und für alle Surfer sichtbar ins Netz gestellt werden, sei eine weitere Gefahr. Deshalb rät die Polizei, dass Kinder und Jugendliche am Anfang nie alleine chatten sollten, nicht zu viele persönliche Daten preisgeben, nie Bilder einstellen und vor allen Dingen sich nie mit Fremden zu Treffen verabreden sollten.

Um Gefahren im Internet und um Cyber-Mobbing geht es auch in einem Vortrag am Donnerstag, 14. Februar, 19 bis 20.30 Uhr, in der VHS, Lüpertzender Straße 85. Neben Cyber-Mobbing wird die Kriminalpolizei auch über Phänomenologie, strafbare Handlungen und Präventionsansätze informieren. Der Eintritt ist frei. Information und Anmeldung: www.vhs-mg.de,
Telefon 02161 25-6400.

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