Mönchengladbach: Laternen basteln - kinderleicht

Vorbereitungen in der Kita auf St. Martin : Laternen basteln – kinderleicht

Die Vorbereitungen zu St. Martin laufen im evangelischen Kindergarten Ohlerfeld auf Hochtouren. Es werden Lieder gesungen, die Mantelteilung nachgespielt und natürlich Laternen gebastelt.

Wie bastelt man eine Laterne? Was ganzen Elterngenerationen den Schweiß auf die Stirn trieb und in Form von verklebten Haaren und Brandblasen an den Fingern seine Spuren hinterließ, machen die Kinder heute – mit ein wenig Unterstützung – ganz allein. Es entstehen wundersame Wesen: Fliegende Einhörner, Vielaugen-Dinos, aber auch kuschelige Katzen, Bisons, Hubschrauber, Polizeiautos und Kühe. In der Werkstatt des evangelischen Kindergartens in Ohlerfeld liegen die Materialien bereit: das Grundgerüst aus Karton in vielen Farben, dazu Transparentpapier, Glitzerpappe, Märchenwolle, Pfeifenputzer, Holzperlen und bunte Federn.

Rimsha im Martinskostüm mit Holzpferd. In der Kita verkörpern Kinder den St. Martin. Foto: Angela Rietdorf

Die Kinder sind konzentriert bei der Sache. Rimsha will ein Einhorn machen und malt ihm ein Gesicht. Zwischendurch hilft sie dem jüngeren Benno beim Ausschneiden der Ohren für dessen vieläugige Dino-Laterne. Emma und Isabell haben sich für Katzen entschieden und kleben Märchenwolle als Fell auf.

So schön können selbstgebastelte Laternen sein. Die Kinder der Kita zeigen viel Phantasie. Foto: Angela Rietdorf

„Die Kinder wissen immer ganz genau, was sie basteln möchten“, sagt Monika Fiedler-Rudolph, die Kita-Leiterin. Und sie schaffen es mit ein wenig Hilfe auch, ihre Ideen umzusetzen. Isabell braucht noch Beine für ihre rosa Katze, holt sich Holzperlen und fädelt sie auf Pfeifenputzer. Auch ein Schwanz liegt schon bereit. „Gibst du mir was ab?“, fragt Emma. Isabell nickt und die beiden teilen sich das Material. Im Gruppenraum hängen bereits viele fertige Laternen – jede anders und ein kleines Kunstwerk, auf die die Kinder sehr stolz sind. „Wenn wir jetzt die Martinslieder singen, machen wir es dunkel, und dann können die Kinder ihre fertige Laterne zeigen und durch den Raum tragen“, erzählt die Kita-Leiterin. Rimsha hört das Stichwort Martinslied und stimmt sofort „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ an. Die Martinslieder sind immer ein Renner.

Die Vorbereitungen für das große Fest, einer der absoluten Höhepunkte des Kindergartenjahres, laufen auf vollen Touren. Auch das St. Martinskostüm hängt bereit, die Kinder lieben es, die Geschichte nachzuspielen. Während des Umzugs durch den Stadtteil verzichtet der Kindergarten Ohlerfeld auf Ross und einen erwachsenen Reiter.

Stattdessen sind die Kinder abwechselnd St. Martin oder auch St. Martina. Sie führen den Laternenumzug auf einem Holzpferd auf Rollen an, das von den Eltern gezogen wird. Natürlich ist das ein begehrter Posten, und so wird regelmäßig gewechselt. „Vor allem die Schulkinder möchten immer gern noch einmal St. Martin sein“, sagt Monika Fiedler-Rudolph.

Wenn der Zug mit seinen leuchtenden bunten Laternen wieder am Kindergarten angekommen ist, wird selbstverständlich die Mantelteilung nachgespielt – auch hier durch die Kinder, die den römischen Offizier und den frierenden Bettler verkörpern. Anschließend wird ein ganz besonderer Weckmann vertilgt. Die Kinder haben eine Woche zuvor eine Riesenvorlage aus Pappe gestaltet: Mal ist es ein St. Martin, mal ein Pferd. Von dieser Figur nehmen die Eltern ein Puzzleteil mit nach Hause und backen es nach. Süß oder herzhaft, als Pizza, Teilchen oder Quiche.

Zur Feier werden die Teile dann wieder zusammengesetzt und – aufgegessen. „St. Martin ist ein Fest, mit dem man die ganze Familie erreicht, oft kommen auch die Großeltern mit“, sagt die Leiterin des Kindergartens, der von der evangelischen Christuskirchengemeinde betrieben wird. Die Laternen in der Dunkelheit, das Feuer, die Lieder – die besondere Atmosphäre des Martinsfestes begeistert Kinder wie eh und je. Aber auch das Motiv des Teilens, der Kern der Geschichte, kommt bei ihnen an.

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