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Mönchengladbach: Kinder kehren am Montag in die Kitas zurück

Kinderbetreuung in Mönchengladbach : Schritt zurück in den Kita-Alltag

Am Montag kehren alle Kinder in die Tageseinrichtungen zurück. Dafür haben die Kitas in Kooperation mit der Stadt Mönchengladbach hygienische und pädagogische Konzepte erstellt. Was Eltern jetzt wissen müssen.

Schon am Eingang zur Kita am Güdderather Mühlenweg wird deutlich, dass etwas anders als noch vor drei Monaten ist. In Abständen von eineinhalb Metern sind auf dem Weg zur Eingangstür Kreidelinien auf den Asphalt gemalt. An der Tür klebt eine zweiseitige Betriebsanweisung. Und drinnen wartet zunächst eine kleine Rezeption auf die Besucher. Dort werden die Eltern am Montag ihren Nachwuchs abgeben, wenn in allen Kindertageseinrichtungen Nordrhein-Westfalens der eingeschränkte Regelbetrieb startet. Das bedeutet, dass alle Kinder wieder in die Kita können, nur reduziert sich der Betreuungsumfang für jedes Kind um zehn Wochenstunden. Das gilt für die Kita in Güdderath genauso wie für alle anderen etwa 160 Einrichtungen im Stadtgebiet.

Ein klassischer Neustart wird der 8. Juni für die Kitas indes nicht sein. „Das Gute ist, dass die Kitas seit dem Betretungsverbot am 16. März nie aufgehört haben zu arbeiten, da es immer eine Notbetreuung gab. Die ist mit der Zeit erweitert worden, zudem kamen zuletzt die angehenden Schulkinder zurück. Insofern ist nach und nach die Zahl der Kinder in den Einrichtungen wieder angestiegen“, sagt die Beigeordnete Dörte Schall beim Besuch in der Güdderather Einrichtung. Dort kamen am vergangenen Mittwoch 28 Jungen und Mädchen in die Kita – am kommenden Montag werden es 78 sein.

Diese Zahl verdeutlicht, dass der jetzige Schritt der bislang deutlich größte ist. Entsprechend haben sich die Einrichtungen in Kooperation mit der Stadt mithilfe vieler hygienischer und pädagogischer Konzepte vorbereitet. „Unsere obersten Ziele waren dabei, die Kinder zu fördern, die Bedarfe, die Eltern vorbringen, zu berücksichtigen, und den Schutz des Personals zu gewährleisten“, sagt Nathalie Schmetz, Fachaufsicht und Fachberatung für die städtischen Kitas.

Als Leitlinie gilt die „Handreichung für die Kindertagesbetreuung“ des Landes NRW. Als eine wesentliche Rahmenbedingung gilt darin die Gestaltung sogenannter „Gruppensettings“. Diese bestehen aus klar zugeordneten und genutzten Räumlichkeiten, einer festen Zusammensetzung – immer dieselben Kinder – und einem soweit wie möglich festen Personalstamm. Das offene Konzept, nach dem Kinder nach Lust und Laune die Gruppen und Räume wechseln können, ist derzeit nicht möglich. So können bei einem Krankheitsfall die Kontaktpersonen schnell identifiziert werden. Um Warteschlangen beim Bringen und Abholen zu vermeiden, gibt es zudem gestaffelte Zeitfenster für die verschiedenen Gruppen.

Das wird auch in Güdderath so sein, wo sich die Leiterin Barbara Bücheleres und ihre insgesamt 20 Mitarbeiter auf die Rückkehr aller Kinder vorbereitet haben. Auch die Visiere für das Personal sind rechtzeitig eingetroffen, sie können statt der Mund-Nasen-Masken getragen werden. Denn die vergangenen Wochen haben bereits gezeigt, dass gerade die U3-Kinder unsicher sind, wenn sie die Mimik der pädagogischen Kräfte nicht sehen können. Die Kinder müssen indes keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, das schließt bereits die Landesvorgabe aus. Zudem ist allen Verantwortlichen klar, dass das Abstandsgebot unter den Kindern und auch in der Betreuung nicht immer eingehalten werden kann. Dafür gibt es andere Vorkehrungen.

„Wir werden in einige Spielbereiche nur noch eine bestimmte Anzahl von Kindern gleichzeitig hineinlassen, zudem wird der Außenbereich für mehrere Gruppen unterteilt. Und wir haben zum Teil Spielmaterial ausgetauscht, jetzt liegt der Fokus mehr auf Spielzeug, das gut zu reinigen ist“, sagt Leiterin Bücheleres. Das Thema Abstand und Schutzmaßnahmen wird mithilfe von Bildkarten, Gesten und Stoppzeichen aufgegriffen, zudem das Händewaschen ritualisiert. Und zu den Essenszeiten gibt es keine Buffetform oder ein gemeinsames Zubereiten mehr. „Die Kinder, die schon wieder seit einiger Zeit in die Kita kommen, werden bei der Eingewöhnung aller anderen mit Sicherheit sehr hilfreich sein“, sagt Bücheleres.

Eine große Herausforderung sei es in den vergangenen Wochen gewesen, zu allen Eltern den Kontakt zu halten. Das habe aber gut funktioniert, fügt sie hinzu. Ab August dürfte grundsätzlich auch die Eingewöhnung neuer Kinder im Fokus stehen. In Güdderath ist dies jetzt schon Thema, da die Kita derzeit um eine Gruppe wächst. „Wir müssen nun die Kinder nach und nach eingewöhnen, da wir zurzeit nicht so viele Elternteile gleichzeitig in die Kita lassen können. Das dauert eben derzeit ein wenig länger als sonst“, sagt Bücheleres.