Natur-Kolumne Gute Vorsätze für eine gute Zeit in der Natur

Mönchengladbach · Basteln, säen, sammeln – es gibt viele unterhaltsame Dinge, die auch der Umwelt helfen. Das findet auf jeden Fall unsere Autorin, die Waldfee. Sie gibt zehn Tipps.

Eine Blumenwiese anlegen ist nur einer von zehn guten Vorsätzen, die Elke Kamper in ihrer Kolumne vorschlägt.

Eine Blumenwiese anlegen ist nur einer von zehn guten Vorsätzen, die Elke Kamper in ihrer Kolumne vorschlägt.

Foto: dpa-tmn/Karl-Josef Hildenbrand

Ich habe gute Vorsätze für das neue Jahr, und ich nehme an, dass alle, die über diese Überschrift gestolpert sind und jetzt weiterlesen, auch entweder gute Vorsätze haben oder diese schon wieder aufgegeben haben. Tatsächlich ist es eine Sache des Gehirns, dass einige Menschen die Vorsätze mit Leichtigkeit umsetzen können, andere es aber nicht schaffen. Also nicht fehlende Willenskraft, so sagen es die Hirnforscher, sondern die individuelle Natur eines jeden Gehirns, ist der Grund für den Erfolg oder Nichterfolg beim Einhalten der Vorsätze. Ich kann meine Vorsätze übrigens in den meisten Fällen umsetzen. Das liegt aber auch daran, dass ich meine Ziele nicht zu hoch stecke und für das, was ich umsetzten will, wirklich brenne.

In diesem Jahr lade ich alle Leserinnen und Leser ein, es mir gleichzutun und sich bei den guten Vorsätzen explizit den Wald vorzunehmen. Ich gebe heute einmal eine Liste mit zehn Vorschlägen durch, was ihr für die Natur tun könnt. Gute Vorsätze, die uns allen und der Natur guttun:

 Elke Kamper hat zehn Vorschläge für gute Vorsätze.

Elke Kamper hat zehn Vorschläge für gute Vorsätze.

Foto: Tessa Fischer

1. Nehmt euch vor, in diesem Jahr einen Brutkasten für Vögel in eurem Garten oder Balkon zu bauen. Wenn ihr keinen Garten oder Balkon besitzt, beschäftigt euch trotzdem mit dem Bau, setzt ihn um und verschenkt den Kasten an liebe Menschen in eurem Freundeskreis.

2. Das könnt ihr auch mit einem Fledermauskasten machen.

3. Legt eine naturnahe Blumenwiese an, das macht besonders mit mehreren Familienmitgliedern richtig viel Spaß. Auch hier erst recherchieren. Denn eine Blumenwiese anzulegen, bedeutet mehr als einfach nur Samen irgendwo ausstreuen.

4. Lernt die heimische Tierwelt besser kennen. Dazu eignet sich jeder, aber auch wirklich jeder Spaziergang. Wer meine Kolumne verfolgt, weiß, dass ich eine große Vorliebe für „Wissenswanderungen“ habe, bei denen sich jedes Familienmitglied ein Tier aussucht und im Laufe der Wanderung oder eines Spaziergangs den anderen etwas darüber erzählt.

5. Rettet die Wildbienen. Auch hier wirken schon kleine Nisthilfen aus Holz oder Bienenhotels Wunder.

6. Werft keinen Müll in die Natur. Eigentlich blöd, dass man es immer wieder sagen und schreiben muss, aber die Wälder sind voll von illegal entsorgtem Müll; und auch das ein oder andere Taschentuch oder Bierdosen liegen mit auf dem Weg oder am Wegesrand rum.

7. Beteiligt euch an regionalen Müllaktionstagen, die jede Stadt anbietet. Daran kann man auch als Familie teilnehmen. Selbstverständlich ist es super, wenn ihr bei jedem Spaziergang etwas vom rumliegenden Müll einsammelt. Wenn man immer einen Abfallbeutel einpackt, um darin Müll einzusammeln, hilft das den großen und den kleinen Tieren in der Natur ungemein.

8. Einfach in der Natur sein. Hört sich an, als wären mir die Ideen ausgegangen, ist aber wichtig und ernst gemeint. Verbringt einfach mal völlig absichtslos und aus purer Freude etwas mehr Zeit als sonst in der Natur.

9. Werdet Mitglied in einer Naturorganisation. Falls es irgendwie finanziell möglich ist, könnt ihr mit eurem Jahresbetrag einiges bewirken. Die meisten Naturorganisationen (z.B. Nabu, Robin Wood, WWF oder BUND) haben extra Familienmitgliedschaften. Es lohnt sich in jedem Fall mal zu recherchieren, welche Organisation am besten zur Familie passt.

10. Einkaufen mit dem Fahrrad. Richtig gelesen, es geht auch ohne Auto. Dabei muss es nicht gleich der wöchentliche Familiengroßeinkauf sein, der mit dem Fahrrad erledigt wird. Aber wenn man sich das für jeden zweiten Einkauf vornimmt, ist das für die Umwelt ein großer Gewinn Vielleicht lasst ihr euch bei nächster Gelegenheit eine große Fahrrad-Packtasche schenken. In unserer Familie sind wir sogar auf ein Lastenrad umgestiegen und machen mehr als 90 Prozent der Einkäufe ohne Auto. Das spart Benzin, und man kauft nur, was auf das Rad passt. Das spart Ressourcen. 

Das waren meine zehn Vorsätze für die Natur. Ganz ehrlich, ihr müsst nicht alle Punkte umsetzen. Aber wenn es vier oder fünf sind, würden die Natur und meine Wenigkeit sich unendlich freuen. Ich bin in diesem Jahr im Januar und Februar zuckerfrei unterwegs und werde in meinem Garten ein Bauerngartenprojekt umsetzen. Also, lasst euch inspirieren und denkt euch eigene Natur-Vorsätze aus. Bis bald sagt eure hochmotivierte Waldfee Elke!

Elke Kamper ist Naturerlebnispädagogin, Wildbienenexpertin und Entspannungspädagogin.