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Mönchengladbach: Der praxisorientierte Weg zum Abitur

Bildungswege in Mönchengladbach : Der praxisorientierte Weg zum Abitur

Christian Veckes und Raduan Olschewski interessieren sich für Technik und Informatik und entschieden sich deshalb für ein Berufskolleg.

Christian Veckes und Raduan Olschewski besuchen die zwölfte Klasse des Berufskollegs Platz der Republik für Technik und Medien. Wo andere Schüler in der gymnasialen Oberstufe Leistungskurse wie Englisch, Latein, Mathematik oder Biologie wählen, war für die beiden klar: Ihr Leistungskurs soll etwas mit Technik oder Informatik zu tun haben. Daher trafen beide nach ihrem Abschluss nach Klasse zehn die Entscheidung, ihren Weg zum Abitur am Berufskolleg Platz der Republik zu gehen.

Raduan hat sich für den Leistungskurs Informatik entschieden, und Christian hat Maschinenbautechnik gewählt. „Ich habe mich schon immer viel mit Informatik befasst. Besonders mit den Quelltexten. Informatik wird zwar auch an den anderen Schulen unterrichtet, aber ich wollte tiefer in die Materie eintauchen“, sagt Raduan Olschewski.

„Bei mir war auch früh klar, dass ich in die technische Richtung gehen möchte. An meiner alten Schule hatten wir auch Technik, aber das ist anders als hier am Berufskolleg“, sagt Christian Veckes. Im Leistungskurs Maschinenbautechnik, der an fünf Stunden in der Woche unterrichtet wird, beginnen die Schüler in Klasse elf mit den Grundlagen. „Wir schauen uns zum Beispiel an, was es für Werkstoffe gibt. In der zwölften Klasse wird es schon spezieller. Da geht es dann unter anderem um den Aufbau der Maschinen“, sagt Matthias Frecking, Lehrer für Maschinenbautechnik. „In der Informatik werden wir langsam an das Thema herangeführt. Wir programmieren zum mit Java Script, und jedem wird zum Beispiel das binäre Zahlensystem beigebracht“, sagt Raduan Olschewski. Der Unterricht erfolgt bis zum Abitur im Klassenverband. „Alle, die Maschinenbautechnik als Leistungskurs gewählt haben, sind in einer Klasse. Das hilft sehr, weil man sich immer austauschen kann und alle auf dem gleichen Level sind“, sagt Christian.

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Um am Berufskolleg seinen Weg zu gehen, muss man kein absoluter Technik- oder Informatik-Nerd sein, aber schon ein mathematisches Grundverständnis und Spaß an technischen Aufgabenfeldern haben. „Man sollte noch Lust auf Schule haben und neugierig sein“, sagt Sabine Kannen, Bereichsleiterin Berufliches Gymnasium. „Wenn die Schüler zu uns kommen, sind alle in der gleichen Situation. Alle sind neu und fangen neu an“, sagt Kannen. Neben der Theorie arbeiten Olschewski und Veckes in ihren jeweiligen Leistungskursen auch praktisch. „Wir bekommen erst eine Aufgabenbeschreibung und haben dann fünf bis sechs Wochen für unser Projekt Zeit. Wir haben zum Beispiel einen Getränkeautomaten programmiert, sodass er von der Herausgabe der Ware bis zum Wechselgeld alles automatisch macht“, sagt Raduan Olschewski. Er und seine Mitschüler tauschen für die Projekt-Zeit das Klassenzimmer gegen die Werkstätten des Berufskollegs.

Auch Berufsorientierung mit Praktika oder Unternehmensbesuchen gehört zum Stundenplan. „Wir wären normalerweise zu einem Hochofen zum Landschaftspark nach Duisburg gefahren, aber durch Corona geht das jetzt leider nicht“, sagt Christian Veckes.

Wenn er und  Raduan Olschewski 2023 ihr vollwertiges Abitur ablegen, werden sie, wie alle Abiturienten, in vier Fächern geprüft. Im naturwissenschaftlichen Bereich legen Christian und Raduan ihre Prüfung statt in Biologie oder Chemie in Maschinenbautechnik oder Informatik ab. Danach möchte Christian ein Maschinenbau Studium beginnen. Welche Richtung genau, weiß ich noch nicht, „aber wir haben demnächst wieder Praktika und vielleicht finde ich da die passende Fachrichtung“. Raduan sagt: „Ich möchte eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungstechnik machen.“