Mönchengladbach: Ausschlag beim Kind - Dreitagefieber oder Masern?

Kolumne Kinderkrankheiten : Dreitagefieber oder Masern – Ausschlag ist nicht gleich Ausschlag

Wenn das Kind hohes Fieber hat, sind viele Eltern alarmiert. Folgt darauf ein Ausschlag, heißt das meist: Entwarnung. Masern sind es dann eher nicht, schreibt unserer Kinderkrankheiten-Kolumnistin.

Manche Eltern werden es kennen: Das Fieber ist vorbei und nun ist das Kind „voller Flecken“. Im kinderärztlichen Alltag kommt es oft vor, dass ein etwa einjähriges Kind mit bisweilen hohem Fieber vorgestellt wird, ohne dass eine gründliche Untersuchung einen Hinweis auf die Ursache geben könnte.

Licht in das Dunkel des oft über 40 Grad hohen Fiebers bringt dann einige Tage später ein roter Hautausschlag, der sich typischerweise zeitnah nach der Entfieberung auf Temperaturen unter 38 Grad zeigt. Ein solcher Hautausschlag, auch Exanthem genannt, ist dann für den Kinderarzt der sichere Beweis, dass die Ursache des zwei- bis viertägigen Fiebers ein Virus war, das zu einem sogenannten Dreitagefieber führt. Zu Komplikationen kommt es praktisch nicht. Die roten Flecken verschwinden in einigen Tagen ohne weitere Behandlung und die Eltern können beruhigt sein: Ihr Kind hat Antikörper gegen das Virus aufgebaut, so dass in der Regel mit einer erneuten Dreitagefieber-Erkrankung nicht zu rechnen ist.

Es kommt vor, dass Eltern, die mit ihrem Kind wegen eines Ausschlags beim Dreitagefieber kommen, wissen möchten, ob es sich um Masern handeln könnte. Hier ist eine Verwechslung nicht möglich! Ein Patient mit Masern hat nicht nur Flecken, sondern ist insgesamt schwer krank, mit hohem Fieber, Husten, oft starkem Schnupfen und Bindehautentzündung. Das Masern-Virus führt nicht selten zu einer Gehirnhautentzündung, die häufig nicht ganz ausheilt So kann es zum Beispiel zu schweren Innenohrschäden kommen, zu Teilleistungsschwächen und unter Umständen können die Masern sogar tödlich enden.

In der letzten Zeit gibt es immer mehr Masernfälle, was an einer unzureichenden Durchimpfungsrate liegt. Gegen Masern muss zweimal geimpft werden. Auch für Erwachsene ist der Impfschutz wichtig, Impflücken gibt es etwa bei den ca. Vierzigjährigen. Der Masernimpfstoff ist gut verträglich – jeder ist gefordert, daran mitzuwirken, dass ein hoher Impfschutz besteht, um Masernepidemien mit schweren Folgen zu vermeiden.

Kinderärztin Renate Harnacke. Foto: hpr

Renate Harnacke ist Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Foto: Reichartz

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