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Mönchengladbach: Aktion "Spielweg" will Spaß auf Gehwege bringen

Aktion „Spielweg“ : Spaß auf Mönchengladbachs Gehwegen

Mit der Aktion „Spielweg“ sollen einige Gehwege in Mönchengladbach im September zum Spielen im Vorübergehen einladen. Anlass ist die Europäische Mobilitätswoche. Ein Prototyp der Aktion wurde in Rheindahlen getestet.

In türkis sind Fußstapfen auf den Boden gemalt, dazwischen pinke Kreise. Kinder können im Vorübergehen von einer Fußstapfe zur anderen springen oder von Kreis zu Kreis hüpfen. An anderer Stelle können sie Zahlen folgen, die in Schlangenlinien verbunden sind. Wie genau sie die aufgemalten Spiele nutzen, ist ihnen und ihrer Fantasie überlassen.

Die bunten Zeichnungen auf einem Gehweg in Rheindahlen sind Vorbote auf ein Projekt, das im September in vielen Mönchengladbacher Stadtbezirken durchgeführt werden soll. Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche zwischen dem 16. und 22. September sollen mit der Aktionsbox „Spielweg“ vielerorts in Mönchengladbach – und in über 70 weiteren NRW-Kommunen – Spiele auf Gehwege gemalt werden. „Das Projekt ist eine Aktion des Zukunftsnetzes Mobilität NRW“, sagt Projektdesigner Norbert Krause. Bei einem gemeinsamen Treffen entwickelten die Mitgliedskommunen die Idee des „Spielwegs“ mit dem Ziel, eine gemeinsame Aktion in NRW zu entwickeln. Krause kümmerte sich anschließend um die konkrete Umsetzung.

Die Fußstapfen sollen die Kinder zu Spielideen inspirieren. Foto: Norbert Krause

„Es geht um gehwegbegleitende Spielelemente“, erklärt der Mönchengladbacher Künstler. Hinter diesem Ausdruck, der erstmal nicht nach Spiel und Spaß klingt, verbirgt sich das Ziel, Kindern Gehwege und das Gehen an sich schmackhaft zu machen, so Krause: „Es ist ein bisschen das, was früher das Mäuerchen war, auf dem man als Kind hergegangen ist. Solche Mäuerchen sind immer weniger geworden.“

Krauses Ziel ist es, Spielmöglichkeiten zu schaffen, die die Kinder im Vorbeigehen nutzen können. Kinder hätten oft keine Lust, zu Fuß zu gehen und würden schnell quengeln. Um das zu verhindern, würden Eltern schneller mal auf das Auto zurückgreifen, anstatt zu Fuß zu gehen, so Krause. „Deswegen geht es darum, das Gehen für Kinder attraktiv zu machen.“ „Gehwegbegleitende Spielelemente“ könnten das leisten, indem sie den Kindern eine Ablenkung bieten, einen Spaß im Vorbeigehen eben. So können sie einen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität leisten. „Es gibt auch bauliche gehwegbegleitende Spielelemente, zum Beispiel in Rheydt“, erklärt Krause. „Die aufzustellen dauert aber natürlich länger. Hier geht es stattdessen um temporäre Maßnahmen.“

Die Kinder sollen die aufgemalten Spiele mit ihrer Fantasie erkunden. Foto: Norbert Krause

Einen ersten Test mit den aufgemalten Spielen führte Krause in der vergangenen Woche durch. Er sprühte einige der Spiele mit Sprühkreide auf den Gehweg der Geusenstraße. Das Ergebnis: „Als ich gerade eingeräumt hatte und weggegangen war, sah ich bereits, dass eine Mutter mit drei Kindern vorbeikam. Die haben da direkt gespielt und sind dann weitergegangen“, erzählt der Künstler zufrieden. Genauso sei es geplant. „Es soll keinen Spielplatz-Effekt haben. Die Kinder sollen einfach mit mehr Spaß weitergehen.“

Im Sommer sollen an die 75 beteiligten Kommunen Boxen verschickt werden, mit denen sie die Spiele an verschiedenen Orten aufsprühen können. Die Box enthält die Schablonen sowie Sprühkreide. „Die hält länger als normale Straßenkreide“, erklärt Krause. Außerdem sollen Eltern über ein Plakat, das neben den Spielen aufgestellt wird, ein Dokument herunterladen können, das weitere Spiele enthält, die im Gehen gespielt werden können – beispielsweise „Ich sehe was, das du nicht siehst“. „Die meisten Spiele kennt man, hat man aber nicht immer parat“, sagt Krause. Das Dokument soll daher Anregungen für Spiele geben, die ganz ohne Vorlage und Materialien im Gehen gespielt werden können. Die aufgemalten Spiele wiederum sollen eine bis zwei Wochen auf den Gehwegen halten. In Rheindahlen trotzten sie sogar dem Regen am Wochenende.