Karneval in Mönchengladbach: Last-Minute-Kostüme

Karneval in Mönchengladbach  : Welche Kostüme Kinder dieses Jahr tragen – und wie Last-Minute-Kostüme gehen

Was wäre Karneval ohne Kostüme? Die Kinder in der Kita Nimmersatt haben ihre Verkleidung schon zusammen. Warum sie sie ausgewählt haben – und wie Eltern jetzt noch ein schnelles Kostüm für ihre Kinder basteln können.

Was genau ist das eigentlich, dieser Karneval? Die Kinder der Kita Nimmersatt haben eine klare Antwort parat: Süßigkeiten! Aber auch Konfetti, sagt die dreijährige Emilia nach kurzem Nachdenken. „Und es ist alles geschmückt“, erklärt Emma (4). Und Diana, auch vier Jahre alt, weiß: „An Karneval spielen wir!“

Karneval ist in der Kindertagesstätte fest eingeplant. „Das gehört bei uns einfach zum Jahresablauf“, sagt Hildegard Rick, Leiterin der Kita. Nächste Woche wird es die große Karnevalsparty in der Kita geben, mit Spielen wie Stoptanz und einem Buffet mit Leckereien – Schokoküsse sind natürlich dabei. „Dann gibt es alles, was es sonst bei uns nicht gibt“, sagt Rick. Die Kinder haben in den vergangenen Tagen schon die Deko für die Sause gebastelt: Bunte Clowns aus Pappe hängen akrobatisch von der Decke zwischen farbenfrohen Girlanden.

Doch vielleicht am wichtigsten an Karneval sind die Kostüme. Emma will dieses Jahr als Königin durch die Kita schreiten – „weil das Kleid so schön war“, aber auch, weil die Königin auf einem Thron sitzt und mit dem König tanzt. Das Kostüm hat sie „auf Mamas Handy“ gesehen. Auch Emilia weiß, woher ihr Meerjungfrauen-Kostüm kommt, nämlich „aus einem Paket“. Das Kleid mit dem Schuppenmuster und einer Meerjungfrauen-Flosse am Rücken will sie auch auf ihren vierten Geburtstag anziehen, der bald ansteht. Dann feiert sie eine Arielle-Party, ihre Kita-Freunde habe sie schon mit Muschel-Einladungen darüber informiert. Diana hat ihr Feen-Kostüm mit ihrer Familie gekauft. Mit dem Zauberstab habe sie dann noch im Geschäft ihren Vater weggezaubert – „dann hab ich Papa aber wieder zurückgezaubert“, sagt sie lachend.

Ein selbstgemachtes Kostüm hat der dreijährige Gustav: Er wird Astronaut. Mit seiner Oma, sagt er, habe er das Kostüm gebastelt. Um die kleinen Gummistiefel haben sie Alufolie gewickelt, ebenso wie um den Fahrradhelm. Er trägt ein Raketen-Shirt und eine Hose mit aufgenähtem Stern. Auf dem Rücken hat er eine Art Rucksack – ebenfalls mit Alufolie umwickelt. Die Flammen, die aus dem Rucksack kommen, hat er selbst aus rotem und gelben Papier ausgeschnitten. Oma hat dann alles zusammengeklebt. Die Großmutter hatte laut Gustav auch die Idee zu dem Kostüm. „Astronauten fliegen ins Weltall“, weiß Gustav schon. Was es da wohl zu sehen gibt? „Weiß nicht.“ Diana, die in ihrem Feen-Kostüm Karneval feiern wird, hat eine Idee: „Aliens!“

„Karneval macht den Kinder einfach Spaß“, sagt Kita-Leiterin Rick. In andere Rollen schlüpfen zu können, sei für Kinder wie für Erwachsene eine Freude. Der fünfjährige Elias hat auch eine Erklärung, warum man sich an Karneval verkleidet: „Weil man noch nicht das war, was man sein wollte.“

Er wird dieses Jahr als Ritter gehen, entweder mit dem roten Schild mit dem Falken drauf oder mit einem goldenen Schild mit einem Löwen. Als Ritter will er dann „alles bewachen“ – die Kita, sein Zuhause und eigentlich sogar „die ganze Welt“. Ein anderes Mal will er dann Superman werden. „Der ist nicht gefährlich, der will die Welt retten. Und der kann fliegen“, sagt er.

Diana würde die Welt auch gerne etwas schöner machen. Sie wird in dieser Session Fee, weil „Feen alles zaubern können“. Und dann möchte sie gerne Blumen zaubern für ihre Eltern und ihre Schwester zu Hause. Wichtig dabei ist, „dass die Blumen innen voller Sterne sind“.

Die Kita-Kinder sind also bestens vorbereitet für die Karnevalswoche. Manche erinnern sich noch an vergangenes Jahr oder an Events vor wenigen Wochen, als sie mit ihren Familien auf Umzügen und in Sitzungen unterwegs waren. „Da haben viele Leute getanzt“, sagt Gustav. Emma erinnert sich an einen Umzug: „Wir haben die Festwagen angeguckt, und viele Leute haben Süßigkeiten runtergeschmissen.“

Da ist er wieder, der Kern des Karnevals aus Kindersicht: Kamelle. „Meine Lieblingssüßigkeit sindChips“, sagt Emma noch. Und Gustav flüstert mit großen Augen: „Gummibärchen“.