Gärtnern mit Kindern in Mönchengladbach: Kartoffeln aufs Feld pflanzen

Kartoffelnpflanzen in Mönchengladbach : Welche Pflanzen sich zum Gärtnern mit Kindern eignen

Die Kinder der Montessori-Grundschule Gertraudenstraße helfen auf dem Lenßenhof beim Legen der Kartoffeln. Die Knollen eignen sich auch gut zum Gärtnern mit Kindern – doch auch andere Pflanzen machen den Kleinen Spaß.

Joachim Kamphausen zieht mit seinem Traktor die Kartoffellegemaschine über das Feld. Auf der Maschine sitzen acht Kinder und legen konzentriert die bereitliegenden Kartoffeln in eine Art Schaufelrad. Das dreht sich und befördert die Knollen in den Boden. 40 Zentimeter Abstand bleibt zwischen den einzelnen Pflanzkartoffeln. Die Kinder fahren bis zum Ende des Feldes und wieder zurück, dann wird getauscht und die nächste Gruppe darf ran. Die Aufgabe ist begehrt: Da ist niemand, der nicht mehrfach mitfahren und pflanzen will.

Kamphausen, der Biobauer vom Lenßenhof, pflanzt schon seit Jahren mit Grundschülern Kartoffeln. Sie helfen beim Legen, kommen zwischendurch nachsehen, wie die Pflanzen wachsen, helfen nach der Ernte beim Sortieren und verkaufen 120 Säcke beim St. Martinsfest. Der Erlös geht an die Obdachlosenhilfe oder andere soziale Einrichtungen.

Während die Kinder auf ihren Einsatz warten, erzählen sie bereitwillig, was sie schon über Kartoffeln wissen: dass sie ursprünglich aus Amerika kommen zum Beispiel, und dass die Beeren, die daran wachsen, giftig sind. Und was man Leckeres daraus machen kann – Pommes und Chips, Bratkartoffeln und Püree, nur die einfachen Salzkartoffeln stehen nicht allzu hoch im Kurs. Einige kennen den Kartoffelanbau sogar aus dem elterlichen Garten: Marie, Ida und Thea zum Beispiel. Aber selbst gepflanzt haben sie noch nicht. „Die Kinder haben alle großen Spaß daran“, sagt Isabella Besch, eine Mutter, die die Klasse zusammen mit Klassenlehrerin Lena Horn auf den Lenßenhof zu Joachim Kamphausen begleitet hat. Auch sie sieht sich das Ganze aufmerksam an, denn sie hat sich schon am Kartoffelanbau versucht, allerdings ohne Erfolg. „Es hat nicht richtig geklappt“, sagt sie, „vielleicht waren sie krank.“ Möglicherweise hat sie nicht so gute Kartoffeln wie der Profi, vielleicht hat sie aber auch einen Trick des Biobauern nicht angewandt. Weil die Kartoffelfäule den Pflanzen zu schaffen macht und er nicht spritzen will und darf, zieht Kamphausen die Kartoffeln vor. „Sie haben so einen Wachstumsvorsprung von 14 Tagen“, erklärt er.

Die Kinder werden bald zum Feld kommen, um zu sehen, was aus ihren Kartoffeln gewachsen ist. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Kartoffeln eignen sich gut für das Gärtnern mit Kindern, auch wenn kein eigener Garten zur Verfügung steht. Ein Kübel auf dem Balkon reicht aus. „Mit Garten- oder Blumenerde füllen und die Knolle dann fünf bis zehn Zentimeter tief einsetzen“, erklärt Kamphausen. Die Kartoffel sei nicht sehr anspruchsvoll und nehme es auch nicht so übel, wenn man mal das Gießen vergisst. Im Herbst lässt sich dann durchaus so viel ernten, dass es für eine Mahlzeit reicht – selbst angebaute und selbst geerntete Kartoffeln schmecken besonders gut.

Die Maschine wird von einem Traktor gezogen. Alle 40 Zentimeter drückt sie eine Kartoffel in die Erde. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Deswegen bekommen die Kinder auch alle eine Pflanzkartoffel mit nach Hause. Zum Ausprobieren. Sie halten ihre Knollen – Sorte Rote Laura – stolz in die Luft. Und Isabella Besch hofft, damit mehr Erfolg im Garten zu haben.

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