Frauen-Kolumne aus Mönchengladbach: So schön ist der Herbst des Lebens

Frauen-Kolumne : So schön ist der Herbst des Lebens

Der Herbst steht auch fürs Älterwerden, und das beschäftigt unsere Kolumnistin. Wie kann es gelingen, auch im Herbst des Lebens glücklich zu bleiben – vor allem als Frau?

Es wird ganz langsam Herbst, die Blumen verblühen und die Bäume verlieren ihre Blätter. Dabei kommen mir seltsame Gedanken in den Kopf. Denn verblüht ist auch ein Adjektiv, welches wir zuweilen für Frauen verwenden, die altern. Aua.

Nun bin ich nicht mehr zwanzig Jahre alt – alt fühle ich mich aber trotzdem nicht. Eine ehemalige Kollegin hat mir an meinem dreißigsten Geburtstag schon mit voller Ernsthaftigkeit gesagt, dass ich jetzt alt wäre. Das war ganz kurz bitter, dann habe ich lächelnd abgewunken.

Aber was ist alt sein eigentlich?

Ich denke da an runzelige Haut, Falten am ganzen Körper, weißes Haar. Okay, das ist jetzt übertrieben, aber die Richtung stimmt schon mal. Beim Verblühen geht es wie so oft in unserem Alltag um Äußerlichkeiten. Ist es aber so wichtig immer äußerlich jung und attraktiv zu wirken? Stehen Attraktivität und Jugend in einem direkten Zusammenhang? Wenn ich mir die Medien ansehe, erscheint es mir manchmal so, in der Realität sehe ich aber Frauen jeden Alters mit einer unheimlich hohen Attraktivität, die viel mehr von Ausstrahlung her rührt als von Jugend.

Wenn ich darüber nachdenke zu altern, geht damit aber auch immer das „Vernünftigwerden“ und „Irgendwelche Dinge nicht mehr tun dürfen“ einher. Und das ist doch eigentlich totaler Quatsch.

Ich kenne Frauen, die es prima finden, älter zu werden, sich von Schönheitsidealen lösen können und sich einfach nicht mehr mit den Erwartungshaltungen anderer auseinandersetzen. Damit geht eine große Freiheit einher, und das finde ich beneidenswert.

Liegt nicht in jeder Lebensjahreszeit etwas Schönes, wenn wir genau hinschauen?

Ich zumindest fühle mich gerade irgendwo mitten im Lebenssommer – auch wenn der Herbst sich da draußen vor der Haustür schon ankündigt, darf er in meinem Leben noch ein bisschen warten. Und wenn er dann da ist, werde ich versuchen, ihn in vollen Zügen zu genießen.

Susanne Büdenhölzer-Boms ist in der Mönchengladbacher Frauenberatungsstelle für Präventionsprojekte zuständig.

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