Familie in Mönchengladbach: Viele Väter beim Babyschwimmen

Babyschwimmen in Mönchengladbach  : Plantschen mit Papa

Wenn Babys drei Monate alt sind, können sie mit ihren Eltern zu den Schwimmkursen in der Stadt kommen. Oft sind dann die Väter dabei. Warum das Plantschen im Wasser den Kinder gut tut.

Mönchengladbach Milena Skwarek sitzt am Beckenrand und sieht zu, wie das acht Monate alte Töchterchen Linda mit ihrem Papa im warmen Wasser planscht. Linda greift nach einem Ball und lässt sich von ihrem Vater durchs Wasser ziehen. „Linda mag das Wasser“, sagt ihre Mutter. „Sie ist beim Babyschwimmen seit sie drei Monate alt ist.“ Außerdem entwickle sich so eine besonders enge Beziehung zum Vater. Denn das Babyschwimmen findet samstagvormittags statt – da hat Lindas Vater Zeit und kann sich entspannt um sie kümmern. So ist das anscheinend bei vielen, denn beim Babyschwimmen sind oft die Väter in der Mehrheit.

Andrea Teichmann, Gründerin des Unternehmens Aqua Fun Aktiv, leitet seit mehr als zwanzig Jahren Schwimmkurse. Ihre eigenen vier Kinder seien Wasserratten, gibt sie lachend zu. Natürlich, denn ihre Mutter hat sie früh ans Wasser gewöhnt. „Babys haben vor ihrer Geburt monatelang im Wasser gelebt“, sagt sie. „Die Kinder haben keine Angst vor dem Wasser, die Eltern manchmal schon.“ Deswegen bietet sie zwar Babyschwimmen für Kinder ab drei Monaten an, rät aber den Eltern, sich nicht unter Druck zu setzen. Mit drei Monaten anzufangen biete keinen Vorteil gegenüber einem Beginn mit acht Monaten. „Die Babys lieben das Wasser, weil sie sich anders bewegen können und mit den Eltern auf einer Ebene sind“, sagt die Kursleiterin. „Aber oft ist es auch gut, wenn sich der Alltag erst einmal eingespielt hat. Wenn die Eltern Angst haben oder sich unsicher fühlen, überträgt sich das natürlich auf das Baby.“ Dass den Kleinen etwas beim Schwimmen passiert, ist unwahrscheinlich. Babys halten unter Wasser von allein die Luft an – das ist der sogenannte Tauchreflex. „Die Kinder haben ihn von Geburt an“, sagt Teichmann.

Eine Wassergewöhnung im Baby- und Kleinkindalter fördert die Motorik, den Gleichgewichtssinn und später auch das Schwimmenlernen. „Die Kinder sind es gewöhnt, Wasser ins Gesicht zu bekommen, sie bewegen sich selbstverständlich und frei im Wasser und sie können die Gefahren besser einschätzen“, sagt Teichmann. Ganz zu schweigen vom Spaß, den man haben kann: Für die etwas Größeren baut sie einen Abenteuerspielplatz im Wasser auf. Da gibt es Wackelmatten und Tunnel, die die Anderthalb- bis Dreijährigen mit Schwimmflügeln ausgerüstet und von Mama oder Papa begleitet erkunden. Es gibt Spiegel, Bälle und Spülbürsten, mit denen sich Kinder und Eltern vergnügen können. „Wir machen viel Spielzeug selbst“, erklärt Andrea Teichmann.

Charlotte spielt beim Babyschwimmen mit Spülbürsten, Vater Jan begleitet sie. Foto: Angela Rietdorf

Vater Jan ist mit Tochter Charlotte im Wasser. Die Dreijährige befestigt fasziniert die mit Saugnäpfen versehenen Bürsten am Beckenrand oder am Spiegel. „Ich komme mit ihr her, seit sie drei Monate alt war“, sagt er. „Das ist die Papazeit, das hat Tradition.“

Zu Beginn und am Ende jeder Einheit steht ein Kreisspiel, bei dem gesungen und geplanscht wird. Den Großen und den Kleinen ist anzumerken, wie sehr sie die Zeit im Wasser genießen. Selbstverständlich wird bei allen Kursen auf Sicherheit geachtet. Die Leiter der Wasserkurse frischen alle zwei Jahre das Rettungsschwimmerabzeichen Silber auf, besuchen regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse und haben das Geschehen im Wasser stets im Blick.

Fotograf Arjen Mulder hat Teichmanns Sohn Matthis (auch oben) fotografiert. Foto: Arjen Mulder von Aqua.Baby/Arjen Mulder

Aqua Fun Aktiv bietet Kurse in Mönchengladbach und Jüchen an: www.aquafunaktiv.de. Auch die NEW Kurse an: www.new-baeder.de

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