Einschulung in Mönchengladbach: 2215 Erstklässler an Grundschulen

Zahlen zur Einschulung : Ab heute gibt es 2215 i-Dötzchen in Mönchengladbach

Die Zahl der Erstklässler ist gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr nur gering. Aber bis zum Schuljahr 2023/2024 wird es etwa 400 i-Dötzchen mehr geben. Dann wird es eng in manchen Grundschulen.

Für rund 2215 Kinder ist heute ein großer Tag. Sie werden eingeschult. Und ihre Eltern hatten Glück. Die Suche nach einer geeigneten Schule fürs Kind war für sie in diesem Jahr noch relativ entspannt. Das wird in den kommenden Jahren wohl anders aussehen. Denn die Zahl der i-Dötzchen wächst. Im Schuljahr 2020/2021 werden bereits 2400 Kinder eingeschult, ein Jahr später sollen es schon 2500 sein. Und das ist noch nicht das Ende der steigenden Kurve.

Was die Schülerzahlen betrifft, befinde man sich zurzeit noch in einer stabilen Lage, sagt Schuldezernent Gert Fischer. Auch im kommenden Schuljahr sieht er noch keine Probleme. Allerdings schränkt er ein: „In Schulen, die jetzt schon voll sind, wird’s eng.“

Für das Schuljahr 2023/24 werden derzeit 2650 i-Dötzchen prognostiziert. Bei einem Richtwert von 25 Schülern pro Klasse müssten 16 zusätzliche Eingangsklassen untergebracht werden. Mehr Geburten und Zuwanderung sind der Grund für die steigenden Schülerzahlen an Grundschulen. Laut statistischem Landesamt IT.NRW liegt der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an allen Mönchengladbacher Schulen bei 40 Prozent. Im Schuljahr 2015/2016 waren es 33,6 Prozent. An den Grundschulen in der Stadt hat aktuell im Schnitt fast jedes zweite Kind einen Migrationshintergrund (47,8 Prozent sind es laut IT.NRW, 49,2 Prozent nach den Berechnungen der Stadt), das heißt die Kinder sind zugezogen oder haben einen ausländischen Pass, sie haben mindestens ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren wurde, oder zu Hause wird nicht vorrangig Deutsch gesprochen.

Dabei sind die ausländischen Schüler und Schüler mit Migrationshintergrund absolut nicht gleichmäßig an allen Schulen über das Stadtgebiet hinweg verteilt. Die Spannbreite der Anteile von Schülern mit Migrationshintergrund reicht von 1,5 Prozent bis 88,1 Prozent. Der Wegfall der Schulbezirke hat für Verschiebungen gesorgt. An einzelnen Schulen gibt es einen besonders hohen Anteil von Kindern, die noch kein richtiges Deutsch sprechen können. Dies ist eine sehr große Herausforderung. Im Bildungs- und Jugendhilfebericht der Stadt Mönchengladbach werden die Schulen mit den höchsten Anteilen von Schülern mit Migrationshintergrund benannt: Evangelische Grundschule Pahlkestraße 88,1 Prozent, Grundschule Waisenhausstraße 81,3 Prozent, Grundschule Eicken 78,2 Prozent, Grundschule Schulstraße 76,4 Prozent, Grundschule Mülfort-Dohr 74,4 Prozent.

Dass für viele Eltern die Wohnortnähe bei der Wahl der Grundschule eine untergeordnete Rolle spielt, zeigt sich besonders in Eicken. Das Gründerzeitviertel gilt mittlerweile als aufstrebender Stadtteil, der bei bildungsnahen Familien immer beliebter wird. Viele sind stolz, dort zu leben, melden ihr Kind aber an einer Windberger Schule an.

Die Wahl der Grundschule und der Schulart – Gemeinschaftsschule oder Bekenntnisschule – steht den Erziehungsberechtigten frei. Geht die Zahl der Anmeldungen aber über die Aufnahmekapazität der Schule hinaus, dann wird es Auswahlverfahren geben, bei dem Kinder mit Wohnsitz in der Gemeinde vorrangig angenommen werden. Und das wird in den kommenden Jahren wohl häufiger vorkommen.

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