Briefe zum Muttertag in Mönchengladbach: Mama ist toll, Papa aber auch

Briefe zum Muttertag : Mama ist toll, Papa aber auch

Zum Muttertag werden in Mönchengladbacher Grundschulen vielerorts Briefe an die Mütter geschrieben. Doch langsam rücken auch die Väter in den Fokus.

Am Sonntag ist Muttertag, und deshalb werden dieser Tage in Grundschulen wieder fleißig Liebes- und Dankesbriefe an die Mönchengladbacher Mütter verfasst. Auch in der Gemeinschaftsgrundschule Beckrath in der Klasse 3c: Auf dem roten Zettel mit den Herzen drumherum hat Finn gar nicht genug Platz, um alles aufzuschreiben, was er gerne sagen möchte: „Meine Eltern lassen viel liegen, um Sachen für mich zu machen, sie investieren viel Zeit in mich. Und sie erinnern mich an Sachen, die ich sonst vergesse“, erzählt der Achtjährige in einem Schwall. Zwar ist der rote Brief nur an seine Mutter adressiert. Doch Finn ist sich sicher: Mama und Papa sind beide toll.

Auch die Zwillinge Anne und Lisa haben lobende Worte für beide Elternteile übrig: „Sie machen fast alles für uns und schimpfen nie“, sagt Lisa. Ihre Schwester Anne fügt hinzu: „Und sie passen gut auf uns auf.“ Morgens bringt ihr Vater die beiden Mädchen zur Bushaltestelle, mittags gibt es Essen von der Mutter und abends, wenn die Mutter beim Sport oder unterwegs ist, kocht der Vater für die Achtjährigen. „Er kocht sehr gut, besser als Mama“, sagt Anne. Ihre Schwester stellt fest: „Sie sind eigentlich fast gleich.“ Und deshalb hätte auch ihr Vater einen so schönen Brief verdient. Vermutlich greifen die beiden Mädchen also auch am 30. Mai zu Stift und Papier, denn dann ist Vatertag. Und weil Väter immer mehr Kinderbetreuung übernehmen, hat sich auch ihr Feiertag verändert, wie Schulleiterin Elfriede Rademakers erzählt. „Die meisten Kinder basteln auch ein Vatertagsgeschenk, das hat sich schon sehr gewandelt“, sagt sie. Im vergangenen Jahr zum Beispiel hätten die Kinder ihre Väter als Superhelden gebastelt, sagt Annika Aretz, die Klassenlehrerin der 3c.

Zu Elternabenden kämen aber weiterhin viele Mütter, sagt Rademakers. Oder aber beide Elternteile kommen, „vor allem, wenn sie getrennt leben“. Zwar arbeiteten inzwischen fast immer beide Elternteile, meist aber die Mütter in Teilzeit und die Väter in Vollzeit. „Sie versuchen oft, beide zu Schulaktionen zu kommen, aber viele Mütter sind vormittags flexibler“, sagt die Schulleiterin. Sie würden bei Vormittagsaktionen helfen, die Väter eher an wochenenden, etwa bei einem Zirkusprojekt. Dennoch: „Das Interesse der Väter am Aufwachsen der Kinder hat zugenommen.“ Die Chance auf Vatertagsbriefe ist also gestiegen.

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