AG in Mönchengladbach: Wie Grundschüler Erste Hilfe lernen

AG in Mönchengladbach : Wie Grundschüler Erste Hilfe lernen

In der Grundschule Günhoven haben Kinder in der ersten Erste-Hilfe-AG das Verhalten in Notfallsituationen geübt. Das Rote Kreuz will das Projekt auf weitere Gladbacher Grundschulen ausweiten.

Kairi zeigt ihren Mitschülerinnen ihr Knie. Sie ist gefallen, es blutet. Lucia, Ayla und Elisabeth kümmern sich um sie. Sie ziehen Handschuhe an, tupfen das Blut ab, holen das Verbandszeug aus dem Erste-Hilfe-Rucksack und verbinden das Knie. „Gut gemacht“, lobt Carsten Fleck. Der Erste-Hilfe-Ausbilder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat zugesehen, wie die Grundschüler aus Günhoven die gestellte Aufgabe gelöst und die fiktive Wunde behandelt haben. „Am wichtigsten ist es, sich zu kümmern und nicht wegzusehen“, betont er.

Die Schülerinnen gehören zur Erste-Hilfe-AG der Grundschule Günhoven und haben ein Halbjahr lang das Verhalten im Notfall geübt. „Es gibt ein bundesweites DRK-Projekt, bei dem Grundschülern die Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelt werden sollen“, erklärt Carsten Junghans vom Mönchengladbacher DRK. In Mönchengladbach hat als erste Schule die Grundschule Günhoven mitgemacht und dafür Material und eine Lehrerschulung bekommen. „Die Kinder haben Riesenspaß an dem Thema“, sagt Lehrerin Denise Röder, die die AG in Günhoven geleitet hat. „Das Interesse ist groß. Es kamen auch immer wieder Fragen, wie man mit bestimmten Situationen umgeht.“ Mit Nasenbluten, aufgeschlagenen Knien oder einem Sonnenstich zum Beispiel.

Jetzt, nach einem halben Jahr Beschäftigung mit dem Erste-Hilfe-Thema, können die Grundschüler spielerisch zeigen, was sie gelernt haben. Im Jugendhaus des DRK in Rheindahlen haben die DRK-Helfer ein sogenanntes Chaos-Spiel organisiert, das den Kindern erkennbar viel Spaß macht. Sie flitzen durch das Haus, suchen Zahlen oder Hinweise, würfeln und müssen Aufgaben lösen. Immer wieder sind Ersthelferaufgaben dabei. Wie das Versorgen eines aufgeschlagenen Knies.

Oder eine Sommeraufgabe. Das Szenario: Nach einem langen Tag im Freibad ist einem der Kinder schlecht. Joshua übernimmt die Rolle des von Übelkeit Geplagten. Amy, Oliver und Valentin kümmern sich um ihn. „Hast du genug getrunken?“, fragt einer. „Du musst aus der Sonne raus“, sagt ein anderer. „Was kann man tun?“, hakt Carsten Fleck nach. „Womit kann man kühlen?“ – „Mit einem nassen Handtuch“, fällt den Kindern ein. Die nächste Gruppe, die mit der Situation konfrontiert wird, kommt auf die Idee, die im Erste-Hilfe-Rucksack vorhandene Decke als Segel über den Erkrankten zu spannen. Auch eine gute Möglichkeit.

Die Erste-Hilfe-Rucksäcke haben die Kinder auch in der Schule zur Verfügung. Clea präsentiert den Rucksack und zeigt, welche Materialien enthalten sind. Er kommt auch bei den kleineren Schulhofverletzungen zum Einsatz. „Natürlich brauchen wir am häufigsten die Pflaster“, sagt Denise Röder. Mit Bärchen-Aufdruck? „Die mit Motiven drauf sind am schnellsten weg“, sagt sie lachend. „Aber man kann auch ein Smiley auf ein normales Pflaster malen, das geht genauso gut.“

Clea zeigt, was alles im Erste-Hilfe-Rucksack enthalten ist. Foto: Rietdorf. Foto: Angela Rietdorf

Die Grundschüler sind von der Erste-Hilfe-AG jedenfalls sehr begeistert. Am liebsten hätten auch schon die Erstklässler mitgemacht, aber die Teilnahme war auf die Zweit- bis Viertklässler beschränkt. Geht es im nächsten Schuljahr weiter? „Wir möchten das gern fortsetzen“, sagt die Grundschullehrerin. Das DRK wiederum möchte das Projekt auf weitere Mönchengladbacher Grundschulen ausweiten. „Wir würden uns über noch mehr Kooperationspartner freuen“, sagt Junghans. „Je früher die Kinder an das Helfen herangeführt werden, desto weniger Berührungsängste haben sie.“

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