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Mönchengladbach: Falsche Etikettierung: Marmeladenfirma vor Gericht

Mönchengladbach : Falsche Etikettierung: Marmeladenfirma vor Gericht

In einem Strafbefehl wurde der Geschäftsführer eines Gladbacher Herstellers von Fruchtsirups und Marmeladen beschuldigt, im vergangenen Jahr "Lebensmittel mit irreführender Bezeichnung beworben und in den Verkehr gebracht zu haben".

Gegen diesen Strafbefehl hatte der 60-Jährige rechtzeitig Einspruch eingelegt. Deshalb musste sich gestern das Mönchengladbacher Amtsgericht mit dem Fall falscher Etikettierung befassen. Im Zutatenverzeichnis eines Himbeersirupgetränks der Mönchengladbacher Firma waren zwei synthetische Farbstoffe nicht genannt worden. Das wurde vom Lebensmittel- und Veterinäramt bemerkt und anstandet.

Durch das fehlerhafte Inhaltsverzeichnis werde dem Kunden vorgetäuscht, dass es sich bei dem Sirup um ein naturbelassenes Produkt handelt. Die Farbstoffe jedoch könnten das Blutbild - vor allem von Kindern - negativ beeinflussen, so der Vorwurf. Bei diesen synthetischen Farbstoffen handele es sich keineswegs um harmlose Stoffe, so der warnende Hinweis des Amtes. Sie stünden im Verdacht, bei Kindern Aufmerksamkeitsstörungen hervorzurufen. Mit dieser falschen Etikettierung wurden in den Monaten von Januar bis Oktober 2013 insgesamt 390 000 Flaschen in den Verkehr gebracht.

Im Gerichtssaal zeigte sich der derart beschuldigte Geschäftsführer sofort einsichtig: "Es ist unstrittig, dass das falsch war. Aber wir haben insgesamt immerhin 800 verschiedene Artikel". Er sei ja nicht allein in der Firma. "Wir haben einen Produktentwickler. Wir haben eine Abteilung für Lebensmitteltechnologie. Die sind auch für so etwas verantwortlich", verteidigte sich der Familienvater.

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Dabei gab er unumwunden zu, dass er zwar Kaufmann sei, aber sich im Lebensmittelrecht nur am Rande auskenne. Eifrig ergänzte der 60-Jährige: "Wir haben auch noch eine Abteilung für Kontrolle und Qualitätssicherung mit qualifizierten Mitarbeitern". Die Firma habe sofort reagiert, die irreführende Bezeichnung berichtigt. "Inzwischen werden alle Artikel regelmäßig vom Produktentwickler überprüft", beteuerte der Geschäftsführer.

Offensichtlich hatte der 60-Jährige das Gericht mit seiner Aussage überzeugt. Am Ende schloss sich das Gericht dem Antrag des Verteidigers an, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen. Der Kaufmann muss bis Ende Dezember an eine gemeinnützige Einrichtung eine Geldbuße von 3000 Euro zahlen. Dann wird das Verfahren um die irreführende Bezeichnung von Lebensmitteln endgültig eingestellt. Als Empfänger wählte das Gericht das Medikamentenhilfswerk Action Medeor. Damit war der Kaufmann einverstanden.

(RP)