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Mönchengladbach: Fahrverbot für Schläger

Mönchengladbach : Fahrverbot für Schläger

Die Führerscheinstelle kann Gewalttätern die Fahrerlaubnis entziehen. Bei der Stadt wird jetzt darüber nachgedacht, wie die Abschreckungsstrategie für junge Schläger ausgebaut werden kann.

Wer sich mit Alkohol im Blut hinters Steuer setzt oder wer zu sehr aufs Gas drückt, riskiert seinen Führerschein. Was viele nicht wissen: Auch Gewalttaten können unter bestimmten Umständen zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. So steht es in der Fahrerlaubnisverordnung. In der städtischen Führerscheinstelle hat man schon häufiger von dieser Bestrafungsmöglichkeit Gebrauch gemacht.

"Wer mit dem Auto zum Kiosk fährt und dort den Inhaber ausraubt, dem droht der Verlust des Führerscheins", sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Und: "Wenn wir von der Straftat Kenntnis bekommen, und es besteht der Verdacht, dass der Täter nicht die nötige charakterliche Fahreignung besitzt, dann leiten wir entsprechende Schritte ein."

Effektiver als Jugendarrest

Karlsruhe und Heilbronn wollen diese Strafmöglichkeit nun verstärkt als Abschreckungsstrategie für jugendliche Gewalttäter einsetzen. Denn dort ist man davon überzeugt, dass der Führerscheinentzug viel effektiver ist als Jugendarrest oder Sozialstunden.

Mit großen Interesse verfolgt Reinhold Steins, Leiter des Mönchengladbacher Jugendamtes, die Vorgehensweise in den beiden Städten.

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Auch wenn in der Gladbacher Führerscheinstelle der Entzug des Fahrerlaubnis bei jüngeren und älteren Fahrern schon praktiziert wird, eine Änderung des Jugendgerichtsgesetz würde die Sache noch vereinfachen. Denn zurzeit ist die Führerscheinstelle darauf angewiesen, dass sie überhaupt von den Straftaten Kenntnis bekommt. Erst dann kann sie anordnen, dass der Täter ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegt.

Ein Fallbeispiel: Da musste ein Mann an einer roten Ampel halten. Der nachfolgende Fahrer war unachtsam und fuhr auf. Obwohl es nur zu einem kleinen Blechschaden kam, wurde der Mann im ersten Auto so wütend, dass er dem Unfallverursacher durch das geöffnete Fenster mit der Faust ins Gesicht schlug. Der Schläger wurde später vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Eignet sich jemand, der sich so aggressiv verhält, zum Autofahren? Die Führerscheinstelle meldete Bedenken an und verlangte eine medizinisch-psychologisches Untersuchung (auch Idiotentest genannt). Das Ergebnis sollte der Mann innerhalb von zwei Monaten vorgelegen. Da er sich nicht an die Anordnung hielt, war er den Führerschein los. Ähnliche Konsequenzen könnten selbst junge Straftäter zu spüren bekommen, die noch gar keinen Führerschein haben. "Man könnte die medizinisch-psychologische Untersuchung zur Auflage für die Zulassung zum Führerschein machen", sagt Rütten.

(RP)