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Mönchengladbach: Fahrschule: Mehr fallen durch

Mönchengladbach : Fahrschule: Mehr fallen durch

Die Zahl der Fahrschüler, die beim ersten Mal durch die Prüfung fallen, steigt. Im vergangen Jahr bestand ein Viertel nicht. Der TÜV sieht den Grund im größer werdenden Wettbewerb zwischen den Fahrschulen.

Die Zahl der Führerscheinprüflinge, die beim ersten Mal durch die praktische Prüfung rasseln, nimmt in Mönchengladbach stetig zu. Auch wenn die Stadt im bundesweiten Vergleich noch gut da steht. Der TÜV Rheinland macht dafür hauptsächlich die Fahrschulen verantwortlich. Der Fahrlehrerverband kritisiert hingegen ungeduldige Fahrschüler. Doch eine gute Nachricht beim Prüfverfahren gibt es: Vermutlich wegen des neu eingeführten Computer-Prüf-Verfahrens nimmt zumindest die Zahl der Durchfaller im Theorieteil der Prüfung nicht zu.

23 Prozent bestehen nicht

"In der Region Mönchengladbach/Krefeld und Neuss hat im ersten Halbjahr 2010 ein Anteil von 23 Prozent der Prüflinge den praktischen Teil der Prüfung nicht bestanden. Das ist ein Anstieg von einem Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009, Tendenz steigend", sagte Arne Böhne, Führerschein-Experte beim TÜV-Rheinland. Der Anteil der Durchfaller im Theorie-Teil bleibe dagegen konstant bei 29 Prozent. "Ein Grund, weshalb immer mehr Schüler durchfallen, ist mit Sicherheit der immer größer werdende Konkurrenzdruck der Fahrschulen untereinander", sagte Böhne. So nehme die Qualität der Ausbildung ab.

Annette Simon vom Fahrlehrerverband Nordrhein sieht die Verantwortung für die steigenden Durchfallquoten auch bei den Fahrschülern: "Viele wollen sich schon vorzeitig für die Prüfung anmelden, selbst dann, wenn sie noch nicht reif sind. Das kann schon nach 20 Fahrstunden sein, obwohl eigentlich 35-45 nötig wären." Das liege daran, dass sich die Fahrschüler das Geld für zusätzliche Fahrstunden sparen möchten. "Aber in 90 Prozent der Fälle geht das schief", sagt Simon. Jeder Fahrschüler hat 12 Pflichtstunden zu absolvieren.

Die Fahrlehrerin habe festgestellt, dass die Fahrschüler heutzutage in zwei Kategorien unterteilt werden können: die mit Unterstützung durch das Elternhaus und die ohne dieselbe. Der Grund, warum die Durchfallquote bei der Theorieprüfung in der Region Mönchengladbach konstant bleibt, ist mit Sicherheit das im vergangenen Jahr eingeführte flächendeckende Computer-Prüfverfahren", sagte Arne Böhne. Denn die Prüfung am Computer bringe zwei Vorteile mit sich: zum einen sehe der Prüfling nicht direkt auf den ersten Blick die ganzen Fragen und alles, was er eventuell nicht kann und gehe dementsprechen ruhiger an die Sache heran. Zum anderen könne es nun nicht mehr passieren, dass man eine oder mehrere Fragen vergisst, da das System den Prüfling an ausgelassene Fragen erinnert.

Die Durchfallquoten in der Region sind mit 23 bzw. 29 Prozent im Bundesvergleich eher gering. Bundeseweit fielen im Jahr 2008 30,4 Prozent duch die Theorieprüfung, im Praxisteil waren es 25,7 Prozent. Düsseldorf hat mit 36,6 Prozent einen Negativrekord aufgestellt.

Doch wie kann diesem Trend begegnet werden? Arne Böhne: "Die Kontrollen sollten vertärkt werden, und zwar so, dass eine gute Ausbildung gewährleistet bleibt."

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(RP)