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Mönchengladbach: Fahren Fernbusse bald auch über Gladbach?

Mönchengladbach : Fahren Fernbusse bald auch über Gladbach?

Alternative zur Deutschen Bahn? In Mönchengladbach bisher Fehlanzeige, denn die Stadt ist bis heute nicht an das Streckennetz moderner Fernbusse angeschlossen. Mehrere Anbieter arbeiten allerdings daran, das zügig zu ändern.

Sie sind groß, komfortabel und technisch auf dem neuesten Stand: Fernbusse machen der Deutschen Bahn seit einigen Monaten Konkurrenz und transportieren immer mehr Menschen zum Discounter-Preis zwischen den Metropolen des Landes hin und her. Doch etliche Städte, darunter Mönchengladbach, gucken bisher in die Röhre: Sie sind nicht an das Netz angeschlossen. Das soll sich allerdings zügig ändern. So arbeitet beispielsweise das Unternehmen MeinFernbus daran, Mönchengladbach künftig anzufahren; bisher sind im Westen NRWs lediglich Düsseldorf, Köln, Bonn und Essen Stationen. "Die Mönchengladbacher dürfen sich freuen. Wir planen konkret eine Einbindung in unser bestehendes Netz bis Ende des Jahres", sagt Sprecher Gregor Hintz.

Der Konkurrent Flixbus, der sich bisher in Nordrhein-Westfalen auf Düsseldorf und Köln konzentriert, plant im Rahmen seines Netzausbaus Ähnliches. Seit dem Deutschlandstart im Februar hat sich das Angebot bereits verfünffacht. Sprecherin Bettina Engert berichtet, dass Mönchengladbach als Zielort durchaus interessant sei.

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"Bezüglich Einwohnerzahl, Bevölkerungs- und Infrastruktur erfüllt Mönchengladbach alle Grundvoraussetzungen eines Flixbus-Zielorts", sagt sie. Das gelte auch für Aachen, weswegen beide Städte bereits in die Streckenplanung miteinbezogen würden. "Sehr gut könnten wir uns den Anschluss beider Städte an die Nordachse vorstellen", sagt Engert. Man arbeite intensiv daran, bislang unberücksichtigte Gebiete, speziell den linken Niederrhein, zu erschließen.

Das wäre auch bitter nötig. Denn speziell die Region westlich von Düsseldorf ist bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte, was Fernbusanbindungen angeht. Wer von Mönchengladbach aus mit dem Fernbus losfahren möchte, muss zunächst einmal in die Innenstädte von Düsseldorf, Duisburg oder Köln gelangen — und das meist per Bahn. Scheinbar widersinnig, aber eine andere Möglichkeit gibt es bisher schlicht und einfach nicht.

Damit eine Stadt überhaupt zur Fernbushaltestelle wird, müssen etliche Kriterien erfüllt werden. Laut Auskunft eines Sprechers von Univers-Reisen, dem Reiseanbieter von Aldi, zählen hierzu unter anderem die Einwohnerzahl und die bereits vorhandenen Verkehrsverbindungen — für Gladbach beides eigentlich kein Problem. Die Tatsache, dass die Bussteige am Europaplatz schon von den Linienfahrzeugen der NEW besetzt sind, ist aber beispielsweise eines. Der Düsseldorfer Fernbusbahnhof zwischen Hauptbahnhof und Worringer Platz hingegen wurde ausschließlich für Fernbusse konzipiert. Es sei dato problematisch, passende Busbahnhöfe zu finden, die von den modernen Bussen angefahren werden können, sagt der Sprecher folglich auch; man brauche etwa Einrichtungen, um die Toilette zwischenzeitlich entleeren zu können. Gleicher Meinung ist Gregor Hintz, Leiter Kommunikation bei MeinFernbus: "Im Sinne unserer Fahrgäste würden wir immer gerne zentral halten, an sicheren Haltestellen, die zum Beispiel einen Regenschutz und ein Mindestmaß an Infrastruktur bieten." Die Stadt Aachen hätte diesbezüglich — im Gegensatz zu Gladbach — etwa keine attraktive Haltestelle präsentieren können, "weshalb wir uns bis auf weiteres gegen eine Aufnahme von Aachen in unser Liniennetz entscheiden mussten".

Fernbusfahrten sind für die Kunden bisher deutlich günstiger als Reisen mit der Bahn. Für eine direkte Busverbindung von Düsseldorf nach München können beispielsweise lediglich 22 Euro anfallen. Mit einem ICE der Deutschen Bahn hingegen kommt man auf derselben Strecke auf einen Preis von bis zu 140 Euro.

(RP)