Mönchengladbach: Experte warnt vor mobilen gasbetriebenen Öfen

Mönchengladbach : Experte warnt vor mobilen gasbetriebenen Öfen

In der kühlen Jahreszeit kommen sie immer häufiger zum Einsatz: Heizpilze und mobile Gasöfen. Baumärkte und Supermärkte bieten sie an. Versprochen wird Wärme durch eine einfache Bedienung.

Doch Detlef Poullie, Dozent der Handwerkskammer Düsseldorf, warnt vor dem Einsatz von flüssiggasbetriebenen Heizstrahlern und Öfen: Eigentlich müsse man sich vor dem Aufbau solcher Geräte fachmännischen Rat einholen. Denn bei den fahrbaren Wärmequellen, die Abgase produzieren, lauerten explosive Gefahren, sagt der Gas- und Wasserinstallateurmeister, Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister aus Mönchengladbach. Häufig sei das Zubehör fehlerhaft. Herstellerhinweise seien manchmal unzureichend. Da gebe es Gasschläuche ohne Bruchsicherung, die eigentlich ab einer Schlauchlänge von 40 Zentimetern vorgeschrieben ist. Und oft fehlten das Herstellerdatum oder die Druckregler.

Foto: Detlef Poullie

Grundsätzlich dürften die Geräte nicht in Schlaf-, Badezimmern und Kellerräumen benutzt werden, außerdem müssten sie mit einem Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung ausgestattet sein, sagt Poullie, aber wer wisse das schon. Oder wer beachte, dass der Aufstellungsraum nicht nur gut belüftet, sondern auch ein Volumen von mindestens 40 Kubikmeter haben, bei größerer Heizleistung sogar noch größer sein muss. Selbst in Baumärkten sei das Fachpersonal oft nicht ausreichend informiert. "Im Grunde genommen müssten mit Flüssiggas betriebene Öfen auch eine thermisch auslösende Absperrvorrichtung haben. Die gibt es aber nicht", sagt Poullie. Auch das könne brandgefährlich werden. "Geht die Flamme aus, tritt geruchloses Propangas aus. Das sinkt, weil es schwerer ist als Luft, zu Boden. Eine weggeworfene Kippe reicht, und die ganze Bude fliegt in die Luft."

Der Dozent hat auch bei Besuchen auf Weihnachtsmärkten in Düsseldorf und Mönchengladbach schon häufig eklatante Mängel entdeckt: Propanöfen, die neben Holzspänen aufgestellt werden, Heizpilze in viel zu kleinen Zelten, kein Feuerlöscher in der Nähe.... Und das seien nur die sofort sichtbaren Gefahrenquellen. Terrassenheizstrahler seien beispielsweise im normalen Auslieferungszustand nur für den privaten Einsatz gerüstet. Im gewerblichen Bereich seien aber zusätzliche Sicherheitsvorrichtungen wie zum Beispiel Schlauchbruchsicherungen nötig. Heizstrahler, die aus anderen EU-Staaten eingeführt werden, seien außerdem häufig für einen ganz anderen Gasdruck als deutsche Geräte ausgelegt. Auch das könne gefährlich werden. Ginge es nach Poullie, dürften Flüssiggasgeräte nur von geschulten Kräften aufgebaut werden, wie es die Technische Regel Flüssiggas und die Berufsgenossenschaft auch vorschreiben. Weitere Fehler, die oft aus Unwissenheit gemacht werden und die zu gefährlichen Situationen führen können: Flüssiggasgeräte wie Öfen und Heizpilze mit Propangasflaschen dürfen laut Poullie nicht im Keller aufbewahrt werden. Draußen müssten Flüssiggasflaschen gesichert gelagert sein. "Die Garage oder das Gerätehaus zählen in diesem Fall nicht zu sicheren Orten", sagt der Experte.

Einige Unfälle durch unsachgemäßes Nutzen der mobilen gasbetriebenen Öfen seien bereits bekanntgeworden. Dazu gehört auch der Fall in Mönchengladbach: Bei einer Party im Keller erlitten mehrere Menschen eine Kohlenmonoxidvergiftung, weil sie mit einem mobilen Ofen geheizt hatten. In Laer wurde im April vergangenen Jahres ein 15-Jähriger tot im Keller gefunden, neben ihm lag ein bewusstloser 16-Jähriger, der reanimiert werden konnte. Beide hatten den Keller mit einem Heizstrahler erwärmt.

Detlef Poullie glaubt, dass es noch viel mehr Unglücke durch gasbetriebene Wärmequellen gibt. "Bei vielen Explosionen heißt es in der Öffentlichkeit zunächst, die Ursache müsse noch ermittelt werden. Später werde nicht mehr nachgefragt", sagt er.

(RP)