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Mönchengladbach: Erzbischof von Burundi besucht die Rudolf-Steiner-Schule

Mönchengladbach : Erzbischof von Burundi besucht die Rudolf-Steiner-Schule

Seit vielen Jahren setzen sich die Schüler ab Klasse neun für Burundikids ein.

Seit den frühen 1960er Jahren wird Burundi immer wieder von schweren Bürgerkriegen erschüttert. Und spielt im Weltgeschehen scheinbar eine untergeordnete Rolle. Das ist für die drei engagierten Schülerinnen der zwölften Klasse, Chiara Jenecke, Lara Mölters und Klara Undfeldwisch, unverständlich.

Sie engagieren sich in ihrer Schule für das Projekt Burundikids und haben sich schon einige Aktionen einfallen lassen. "Wir informieren in der Projektwoche die anderen Schüler, machen Benefizläufe, Tombolas, Verkaufsstände. Wir wollen erreichen, dass Burundi in den Köpfen der Menschen bleibt", sagt Chiara Jenecke. Insgesamt konnten sie Burundikids schon mit 10.000 Euro unterstützen. Nun durften sie und ihre Mitschüler der Oberstufe und der siebten Klassen den Erzbischof von Burundi, Monsignore Simon Ntamwana, kennenlernen.

Als er 1976 in seine Heimat zurückkehrt, steht er alleine da: Seine Mutter, sein Vater und der jüngere Bruder, insgesamt 54 Menschen seiner Familie, sind ermordet. Er findet einen außergewöhnlichen Weg, damit fertig zu werden: Versöhnung. Und er lässt die Erinnerung an die Menschen nicht sterben: "Ich erinnerte mich an meinen Bruder. Wir haben oft gestritten, aber immer wieder versöhnt. Dieses Gefühl wollte ich bewahren. Wer Versöhnung verweigert, der lässt sein Herz verwildern", sagt er. Er gründet sein Versöhnungswerk. Mehrere hundert Mitarbeiter realisieren verschiedene Projekte, wie zum Beispiel das Ziegenprojekt für Witwen. "Die Frauen bekommen die Grundlage für eine Herde und können sich wieder eine Zukunft aufbauen. Drei Lämmer müssen sie aber an eine anderer abtreten", erklärt Angela Krumpen.

Sie hat über das Versöhnungswerk zusammen mit dem Erzbischof ein Buch geschrieben ("Nur Versöhnung kann uns retten") und erzählt darin die Geschichte des Landes, von Monsignore Simon Ntamwana und elf seiner Mitarbeiter. Da ist zum Beispiel Adele, eine Tutsi-Frau, die mitansehen muss, wie man ihr Baby tötet und ihren dreijährigen Sohn verschleppt, oder es wird aufgezeigt, warum Emmanuelle, ein Bibel-Katechet, sich dem Mob anschließt und zur Machete greift. Zum Schluss haben die Schüler noch eine Überraschung für Monsignore Ntamwana. Sie überreichen einen Spende von 1000 Euro. "Diese Kinder", sagt er nur und umarmt die drei Mädchen.

(eba)