Mönchengladbach: Erste Pläne für das neue Rathaus in Rheydt

Mönchengladbach : Erste Pläne für das neue Rathaus in Rheydt

Statt 26 wird es nur noch vier Verwaltungsstandorte in der Stadt geben. Das Rheydter Sparkassengebäude wird abgerissen. Auch Stadttöchter sollen in den neuen Komplex ziehen. Start der Bauarbeiten ist 2020.

Es ist ein eher spröder Titel. Mit einem "strategischen Raumkonzept" beschäftigen sich in den nächsten Wochen die verschiedenen Ausschüsse des Stadtrats. Hinter diesem Wortungetüm versteckt sich eine Millioneninvestition, die für die Stadt ein gravierender Einschnitt wird: der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in Rheydt. Gestern stellten Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners und Planungsdezernent Gregor Bonin (beide CDU) das Projekt vor.

Bonin hat mit einer Kernmannschaft in den vergangenen Monaten das Konzept erarbeitet. Es soll die Gesamtzahl der Verwaltungsstandorte von jetzt 26 - 13 im Besitz der Stadt, der Rest angemietet - auf dann vier verringern. Und es soll der Stadt helfen, mittel- und langfristig viel Geld zu sparen: Mittelfristig, weil in die Sanierung der jetzigen Standorte rund 70 Millionen Euro gesteckt werden müssten. Langfristig, weil das neue Rathaus energetisch in einem Top-Zustand sein und die Energiekosten drastisch reduzieren wird. "Wir bauen keinen Palast. Das Projekt muss sich rechnen", sagt Bonin.

Die Überlegungen, die Gebäude in Rheydt hinter dem nicht unter Denkmalschutz stehenden Komplex - Kommandantur, Rathaus - abzureißen und dort einen Funktionsbau zu errichten, sind nicht neu. Auch die Tatsache, dass das Karstadt-Haus in das Projekt einbezogen wird, galt immer als sicher. Spektakulär ist der Ansatz, dass der Trakt, den jetzt Stadtsparkasse und Stadt gemeinsam nutzen, abgerissen und ein neu zu errichtender Flügel in den Gesamtkomplex integriert wird. "Die Stadtsparkasse hat bereits signalisiert, ihr Grundstück in die Planung zu geben. Sie will die Geschäftsstelle anschließend räumlich verkleinern", sagt Bonin.

Ganz neu ist das Konzept, wie die Arbeitsplätze der Stadt-Mitarbeiter nach der Fertigstellung aussehen sollen. Derzeit sind 500 Menschen im Rheydter Rathaus beschäftigt. Und das in einem Gebäude, von dem Bonin provokativ sagt: "Ein langer Flur. Rechts und links Büros. Und es wird durch diese Struktur der Eindruck vermittelt, als wollten die Stadt-Mitarbeiter deutlich machen: Hoffentlich sieht mich keiner." Genau das soll sich ändern. Geplant sind größere offene Bereiche mit Sitzecken, transparente Arbeitsplätze, dazu viele offene Räume, die Kommunikation zulassen, ja geradezu einfordern. Reiners und Bonin haben Vorstellungen, die bei einem Architektenwettbewerb konkretisiert werden sollen.

Trotzdem haben die städtischen Planer bereits detailliert erarbeitet, was ein modernes Rathaus vorhalten muss. Als sie am Ende einen Strich unter ihre Zahlenkolonnen machten, ergab sich ein Potenzial für bis zu 1500 Beschäftigte. Trotzdem werden Arbeitsplätze bewusst reduziert: Es gilt der Schlüssel 100 Mitarbeiter auf 75 Arbeitsplätze, weil etwa wegen Krankheit und Urlaub nie die komplette Mannschaft da sein wird. Bonin: "Dann haben wir immer noch Kapazität für rund 300 Mitarbeiter und könnten noch städtische Töchter unterbringen, etwa EWMG und WFMG."

Von den 26 Standorten sollen drei bleiben: Rathaus Abtei, Vitus-Center und das Gebäude an der Wilhelm-Strauß-Straße. Möglicher Baustart: Ende 2019/Anfang 2020.

(RP)