Mönchengladbach: Ermittlungen nach Unfällen mit Zugtüren

Mönchengladbach: Ermittlungen nach Unfällen mit Zugtüren

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen 13 Beamte des Eisenbahnbundesamtes. Grund ist eine Unfallserie mit automatisch schließenden Zugtüren bei der Deutschen Bahn. Auch in Mönchengladbach kam es zu Unfällen.

Den Beschäftigten der Aufsichtsbehörde werde fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Gefährdung des Bahnverkehrs vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht des "Westfalen-Blatts". Die Bonner Behörde wollte zu den konkreten Ermittlungen keine Stellung nehmen. Ein Sprecher erklärte aber: "Wir meinen, alles richtig gemacht zu haben."

Der Zeitung zufolge waren die Elektrotriebzüge der Baureihe 423 mit Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes im Jahre 2000 mit einer nicht funktionsfähigen automatischen Türschließung in Betrieb genommen worden. Da die Lichtschranken in den Türen ein- und aussteigende Personen nur unzuverlässig erkannten, sei es seit 2001 immer wieder zu Unfällen gekommen, sagte der Staatswanwalt. Obwohl sich die Vorfälle häuften, habe das EBA als Aufsichtsbehörde nicht eingegriffen.

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Ältere Menschen oder Kinder seien vom Druck der Türen zu Boden geschleudert und verletzt worden. Trotz der sich häufenden Vorfälle habe das Bundesamt als Aufsichtsbehörde jedoch nicht eingegriffen. Laut "Westfalen-Blatt" sind bei 61 untersuchten Unfällen in Köln, Siegburg, Mönchengladbach, München, Stuttgart oder Frankfurt mindestens 27 eindeutig auf die mangelhafte Türschließung zurückzuführen.

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p class="text">Das Eisenbahnbundesamt erklärte, die Bahn sei schon vor Dezember auf das Problem mit den Lichtschranken hingewiesen worden. Seit August seien Lokführer und Zugpersonal bereits angewiesen gewesen, zum Beispiel zusätzlich zu kontrollieren, ob Fahrgäste in den Türen eingeklemmt sein könnten.

Angst vor weiteren Unfällen müssten Bahnkunden nun aber nicht mehr haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Türschließautomatik sei inzwischen abgeschaltet worden, die Zugtüren würden nun von Hand geschlossen. Alle knapp 500 betroffenen Triebzüge der Deutschen Bahn sollen nun umgerüstet und mit sicheren Lichtgittern versehen werden.

(ap)
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