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Serie Was Macht Eigentlich?: Er ist der Retter der Citykirche

Serie Was Macht Eigentlich? : Er ist der Retter der Citykirche

Als 1982 das Ende für die Firma kam, war Dirk Heinemann 40 - und keineswegs entmutigt, sondern tatendurstig. Er wurde erneut Zentraleinkäufer bei Peek und Cloppenburg für den Bereich Sportswear, arbeitete für die Douglas-Gruppe, beriet Unternehmen beim Einstieg in die asiatischen Märkte. 2006 kam er ins Rentenalter - und fand eine neue, diesmal ehrenamtliche Aufgabe: die Rettung der ehemaligen Mönchengladbacher Hauptpfarrkirche, gegenüber dem früheren "Heinemann" am Alten Markt gelegen.

Das Gotteshaus, ein Wahrzeichen Gladbachs, heißt heute Citykirche. "Leider ist das nicht zu ändern", sagt Heinemann. Doch der neue Name tut seiner Liebe zur ältesten Kirche der Stadt keinen Abbruch. "Ich habe seit den 70er Jahren enge Kontakte zur Hauptpfarrkirche gehabt", sagt der frühere Messdiener an St. Barbara. "Und dann sah ich, dass der Chor der Hauptpfarrkirche komplett von Gerüsten umgeben war. Zum Schutz, weil Steine aus der maroden Fassade bröckelten. Seit fünf Jahren, ohne dass sich was änderte."

Serie Was Macht Eigentlich?: Er ist der Retter der Citykirche
Foto: Knappe Joerg

Anfang 2006 traf er Regionaldekan Albert Damblon, fragte, wann denn etwas geschehe. Die Antwort: Es geschehe nichts, weil kein Geld da sei. "Es kann doch nicht sein, dass diese mehr als halbes Jahrtausend alte Kirche verfällt, die das Bild der Stadt am Alten Markt prägt", sagte Dirk Heinemann - und wurde aktiv. Er sprach mit dem Bistum, das zunächst kein Geld für diese Kirche geben wollte, mit der Bezirksregierung, mit der Stadtsparkassen-Stiftung Mönchengladbach, der Stiftung Denkmalschutz. Und sah: "Es kann Geld besorgt werden, wenn man sich wirklich bemüht."

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Er gründete den Bauverein Hauptfarrkirche - mit gleich 190 Mitgliedern. Der Bauverein veranstaltete drei, vier anspruchsvolle Benefizveranstaltungen pro Jahr, die Geld brachten. Dirk Heinemann suchte und fand Bürger, die sich engagierten oder spendeten. Er putzte Klinken und freute sich "über jeden einzelnen Cent", der hereinkam. Sieben Jahre dauerte die Sanierung, die immer wieder neue Schäden offenbarte. 4,2 Millionen Euro hat sie am Ende gekostet. Dirk Heinemann war fast jeden Tag auf der Baustelle, um nach dem Rechten zu sehen.

Im April vergangenen Jahres hat er den "Rheinlandtaler" erhalten, den der Landesverband Rheinland an Menschen verleiht, die sich in besonderer Weise um die kulturelle Entwicklung des Rheinlands verdient gemacht haben. "Durch seine Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit hat er diesen Bau gerettet", sagte Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners bei der Verleihung.

(oes)