Mönchengladbach: Entlang der Traumstraße des Museums

Mönchengladbach: Entlang der Traumstraße des Museums

14 Künstler "möblieren" die Parklandschaft rund um das Museum Abteiberg und das Haus Erholung.

Kunst soll die Menschen im Alltag erreichen. Deshalb ist das Konzept, mit dem das Museum Abteiberg sein Anliegen, das Hollein-Haus mit seiner Umgebung und diese wiederum mit dem neuen Stadtzentrum zu vernetzen, aktuell umsetzt, konsequent ein Outdoor-Projekt. Am Sonntag startet die "Phase II" des Programms "Ein ahnungsloser Traum vom Park", ein Titel, der dem Leiter der Düsseldorfer Kunstentwicklungsplattform Markus Ambach Projekte (MAP) eingefallen ist. Am Sonntag wird es eine Vernissage geben, wie sie weitläufiger am Museum noch nicht zu erleben war.

Startpunkt ist im unteren Skulpturengarten, wo Christian Odzuck bereits im Vorjahr — im Rahmen der Phase I des "Traums" — eine Bühne aufgestellt hatte. Von dort aus blicken wir auf einige Erdhügel, welche die Amerikanerin Meg Cranston hat aufschütten lassen. "Der Dreckhügel", erläutert Ambach, "lädt Kinder zum Spielen ein." 50 Meter entfernt, auf dem Gelände des Propsteigartens, hat Cranston — gar nichts gemacht. Vielmehr hat sie ein Areal bestimmt, auf dem eine Wiese ungehindert wachsen darf. "Sie hat der Wiese eine Pause in der Kultivierung verordnet", formuliert Ambach. Mähen tabu.

Verwundert reibt der Besucher sich die Augen, erblickt er den schräg auf dem Hang geparkten 3er-BMW. Der wird zum Kunstwerk durch einen kleinen Eingriff: Philipp Rühr und Henning Fehr haben Dach und Scheiben mit dem Spruch "Der Totenkopf, das Internationale Symbol der Idioten" beschriftet. Eine Ahnung von Chaos vermitteln einige auf Mauern, in Büschen und Bäumen aufgespannte Textilien von Jessica Gispert. Sie zeigen Abbildungen von Werken des Museums.

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Der Traum lädt ein, sich auf die "Traumstraße" zu begeben. So nennt Alex Morrison den mit fünf bunten Straßenlaternen geschmückten Hohlweg zwischen Spatzen- und Fliescherberg. "Bisher hat der Weg keinen Namen", sagt Museumsleiterin Susanne Titz. Am Ende der Traumstraße kann der Wanderer wählen, ob er den Weg links hinauf zur Pergola am Haus Erholung steigt, wo Ulrike Möschel eine "Versunkene Wippe" in klinischem Weiß errichtete. Man darf drauf sitzen, aber die Wippe, die auf einer Seite im Boden einbetoniert ist, funktioniert nicht. Oder man bleibt auf der Ebene und besichtigt Christian Odzucks Fragment eines gekachelten Bassins. Das wird bis Ende Juli jeden Freitag eine Stunde lang mit Wasser besprüht.

Gewagt der Eingriff von Andreas Siekmann: Er verpasste dem bronzenen Philosophen Hans Jonas einen "Emissionsmantel", auf dem der Emissionshandel angeprangert wird. Die Skulptur Hans Karl Burgeffs ist ja bereits Kunst.

(RP/rl)
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