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Mönchengladbach: Englischer Blues zwischen Gepäckbändern

Mönchengladbach : Englischer Blues zwischen Gepäckbändern

250 Zuschauer waren beim Auftritt von "Snakewater" und "Metalforce" am Gladbacher Flughafen.

Wie Playmobilspielzeug wirkt die Wartehalle des Mönchengladbacher Flughafens aus dem ersten Stock betrachtet. Die Schalter in altem Grau mit gelben Leuchttafeln, in der Mitte eine Bühne, nur knapp zwei Meter davor eine Menschenmenge. Bobby Grant schließt die Augen, dann gleiten seine Finger über die Gitarrensaiten. "Diese intime Atmosphäre schätze ich besonders am Flughafen", sagt Frajo Kromeich.

Für den Freitagabend hat Veranstalter Kromeich besondere Gäste ins Flughafenterminal gelotst: "Snakewater", eine vielversprechende englische Newcomer-Band. Die Fans sind weit gefahren, Autos aus Recklinghausen und Solingen stehen auf dem Parkplatz. Sänger Bobby Grant hat den Blues einfach in der Stimme. Wenn er "I won't stop loving you at all" singt, sorgt das nicht nur bei den weiblichen Fans für Gänsehaut. Christiane und Markus Müllers sind schon länger Snakewater-Fans. "Wir haben die Band auch schon mal im Geneickener Bahnhof gesehen, die Shows sind klasse", sagt Markus Müllers. Aber nicht nur die Musiker begeistern die beiden, erklärt Christiane Müllers: "Wir gehen seit einem Jahr zu diesen Events am Flughafen, der Ort hat seinen ganz eigenen Charme. Es wär doch toll, wenn sich das überregional herumspricht und die Düsseldorfer irgendwann auch mal zu uns nach Gladbach kommen!"

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Die Hoffnung hat auch Veranstalter Frajo Kromeich. Ob nun Luftgitarre spielend neben der Bühne oder im Büro darüber — er ist immer voll dabei. "Ich will etwas in dieser Stadt bewegen. Ich möchte Leute zusammenbringen, denen, die gut sind, eine Chance geben und sie unterstützen. Das macht mir einfach Spaß."

Während Snakewater sich nach ihrem Konzert noch mit den Fans unterhalten, macht sich eine andere Band auf der kleinen Flughafenbühne startklar: Metalforce, eine Gladbacher Coverband mit dem etwas anderen Musikrepertoire, ist die Anspannung anzusehen — die Engländer haben gut vorgelegt. Doch spätestens, als Sänger Micha sich zu ACDC kleine Teufelshörner aufsetzt, sind die 250 Gäste voll dabei. Heimvorteil, intime Atmosphäre bei ungewöhnlicher Location — dieses Konzert wird sowohl den Bands als auch den Besuchern noch in Erinnerung bleiben.

Die nächste Veranstaltung soll am 28. April stattfinden. Dann soll der Begriff "Flughafen" wörtlich genommen werden. Infos unter www.airport-event.de

(ansc)