Mönchengladbach: Energiepass: Das sollten Sie beachten

Mönchengladbach : Energiepass: Das sollten Sie beachten

Die Pflicht naht: Ab 1. Juli muss beim Verkauf oder bei der Neuvermietung von alten Wohngebäuden ein Energieausweis vorgelegt werden. Das hat in der Verbraucherberatungsstelle für einen Ansturm gesorgt. "Pro Woche haben wir zehn Anfragen zum Energiepass", sagt Leiterin Hanna Masuhr. Die Verunsicherung ist groß, weiß auch Energieberater Wilfried Thalhäuser. Er warnt vor Hektik. Seine Tipps:

Wer braucht überhaupt einen Energieausweis? Betroffen sind zunächst einmal nur Besitzer von Wohngebäuden, die vor 1965 erbaut wurden. Für Besitzer neuerer Häuser wird der Energiepass erst ab 1. Januar 2009 Pflicht. Aber egal, ob neues oder altes Gebäude, der Nachweis wird erst dann benötigt, wenn verkauft oder neu vermietet wird. "Mieter, die schon länger in der Wohnung leben, kennen ihren Energieverbrauch. Deshalb brauchen die Hausbesitzer in dem Fall keinen Energiepass vorzulegen", sagt Thalhäuser.

Wie sieht der Energiepass aus? Es gibt zwei verschiedene — einen Bedarfs- und einen Verbrauchsausweis. Der Verbrauchsausweis ist schon für unter 50 Euro zu haben. Allerdings, so mahnt Thalhäuser, sind die Angaben darin nicht unbedingt verlässlich. Wie der Name schon sagt, wird für den Pass der (Energie-)Verbrauch aus der Vergangenheit für die Bewertung zugrunde gelegt. Wenn aber die früheren Mieter zur Heizperiode immer zum Langzeiturlaub nach Mallorca fuhren, "ist das Bild schon verfälscht", so Thalhäuser. Beim Bedarfsausweis wird dagegen aufgrund von Wohnungsgröße, Dämmung, Heizform etc. ermittelt, wie viel Energie benötigt wird. Nachteil: Unter 200 Euro ist er kaum zu haben. Am verlässlichsten und umfangreichsten ist das Energiegutachten. Hier gibt es zu den Verbrauchsangaben auch Handlungsempfehlungen. Außerdem werden Fragen beantwortet: Wann habe ich meine Ausgaben für den neuen Heizkessel durch Energieeinsparung wieder hereingeholt. Das Gutachten wird vom Bund gefördert. Trotzdem bleiben rund 400 Euro Eigenanteil. Weiterer Nachteil: Es ersetzt den Energiepass nicht.

Wer darf den Energiepass ausstellen? Unter www.dena-energieausweis.de findet man eine Expertenliste. Die Verbraucherberatung darf keine Ausweise ausstellen. Donnerstags wird eine Energieberatung angeboten (Termine nach Vereinbarung/Kosten: fünf Euro). Außerdem gibt es in der Beratungsstelle an der Bahnhofstraße den Ratgeber "Gut beraten — Der Energieausweis". Info Tel. 02166 49000, E-Mail: moenchengladbach@vz-nrw.de

(RP)
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