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Mönchengladbach: Eiserner Rhein: Doch wieder historische Trasse?

Mönchengladbach : Eiserner Rhein: Doch wieder historische Trasse?

Der niederländische Verkehrsminister Camiel Eurlings hat sich gestern geweigert, den Forderungen seiner belgischen und nordrhein-westfälischen Kollegen nach mehr Geld für eine Neubaustrecke des Eisernen Rheins nachzugeben. Damit ist wieder die historische Streckenführung über Wegberg und Mönchengladbach auf dem Tisch.

Die Güterverkehrsstrecke zwischen Antwerpen und Duisburg ist seit 1991 außer Betrieb. Belgien drängt auf die Reaktivierung der Trasse. Die Niederlande lehnen dies ab, weil die Strecke durch Ortschaften und den Nationalpark "de Meinweg" führt. In Deutschland gibt es Widerstand in Wegberg und Mönchengladbach, weil die Bürger die Lärmbelastung fürchten.

NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke brachte voriges Jahr eine Alternative ins Spiel: Entlang der A 52 könnte von Viersen bis zur Grenze bei Elmpt eine neue Strecke gebaut werden. Die Niederländer müssten dafür eine Umgehung Roermonds bauen. Gestern bot der niederländische Minister Eurlings seinen Kollegen zusätzlich 100 Millionen Euro zum Bau der neuen Trasse an. Das reicht jedoch bei weitem nicht für die Kosten. "Deutschland und Belgien wollten, dass wir noch mehr zahlen. Das habe ich als Zumutung für den niederländischen Steuerzahler abgelehnt", erklärte Eurlings gestern.

Nach Ansicht des Mönchengladbacher CDU-Landtagsabgeordneten Norbert Post sind Eurlings Äußerungen eine Ansage in einem Pokerspiel, bei dem die drei Länder um die Höhe ihre finanziellen Beiträge für das Projekt spielen. Das Problem müsse auf höherer Ebene, von den Regierungs-Chefs der drei Nationen, geklärt werden, meint Post.

"Das ständige Rumgeeiere" beim Eisernen Rhein, erfreut den Mönchengladbacher SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Willi Körfges nicht: "Die Menschen werden immer mehr verunsichert." Für die SPD sei Lärmschutz für Anlieger von großer Bedeutung. Daher sehe er auch keine Chance für die historische Trasse, wenn nicht ganz massiv für Lärmschutz gesorgt werde.

Eurlings stapelte nach der gestrigen Gesprächsrunde erst einmal tief: "Anstelle einer zweispurigen Neubaustrecke mit der Kapazität von dreihundert Zügen am Tag reden wird nun über ein Bimmelbähnchen mit maximal siebzig Zügen am Tag verhandelt", so Eurlings. Die Strecke sei frühestens 2018 befahrbar.

(RP)