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Mönchengladbach: Einzelhandel statt Salafisten

Mönchengladbach : Einzelhandel statt Salafisten

Es sieht schlecht aus für den Verein "Einladung zum Paradies", in Eicken ein Islamzentrum zu bauen. Das Gelände der Tankstelle soll für einen Verbrauchermarkt genutzt werden. Politiker und Verwaltung feilen an dieser Lösung.

Der umstrittene salafistische Verein "Einladung zum Paradies" (EZP) wird seine Ausbaupläne an der Eickener Straße vermutlich endgültig zu den Akten legen müssen. Wie unsere Zeitung erfuhr, wird derzeit mit Hochdruck an einer anderen Lösung für den Gebäudekomplex gearbeitet. Dort, wo sich derzeit eine alte Tankstelle befindet, die EZP für sein geplantes Islamzentrum nutzen will, könnte künftig Einzelhandel möglich werden. Der Knackpunkt: Der Bebauungsplan sieht in diesem Bereich dreigeschossige Gebäude vor — ein Verbrauchermarkt könnte nach derzeitigem Recht hier nicht errichtet werden. Es sei denn, der Bebauungsplan würde geändert. Entsprechende Pläne scheint es zu geben. Sie werden jetzt forciert.

Post und Bude

Denn sowohl der CDU-Landtagsabgeordnete Norbert Post als auch Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) haben in jüngster Zeit entsprechende Andeutungen gemacht. Es gebe "hinreichende Bestrebungen, mit den Grundstücken etwas anzufangen", sagte Norbert Post in dieser Woche bei einem Informationsabend der Eickener Initiative "Bürger für Mönchengladbach". Bude wies in einem RP-Gespräch auf eine neue "städtebauliche Entwicklung" in diesem Umfeld hin.

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Diese Aussagen stehen in einem Zusammenhang mit Anstrengungen, Eicken als Wohn- und Geschäftstandort insgesamt weiter aufzuwerten. Ein größerer Verbrauchermarkt würde hier Sinn machen, weil damit gleichzeitig der benachbarte Eickener Markt gestärkt würde. Die Abrissarbeiten an der ehemaligen Tankstelle ruhen derzeit, da Verdacht auf eine Asbestbelastung besteht. Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte den Abbruchstopp Ende März verhängt.

Der salafistische Verein steht wegen extremistischer Neigungen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Sicherheitsexperten schreiben den Salafisten eine hochgradig radikalisierungsfördernde Wirkung zu. Gegen ihn demonstrieren, so wie auch gestern wieder, Eickener Bürger. EZP nutzte das rund 100 Quadratmeter große Gebäude neben der früheren Tankstelle fünf Jahre lang widerrechtlich als Moschee und wollte hier ursprünglich eine Islamschule einrichten: Dafür sollte das vordere Haus Eickener Straße 164 saniert, die rückwärtige Werkstatt umgebaut und die angrenzende Tankstelle abgerissen werden.

Von der geplanten Schule hat EZP nach eigenen Angaben Abstand genommen. Die Bauanträge wurden von der Stadt zurückgewiesen, weil die Unterlagen nicht vollständig waren. Die Frist für Nachbesserungen ließen die Salafisten verstreichen. "Ein neuer Antrag liegt der Stadt nicht vor", sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen gestern auf RP-Anfrage.

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(RP)