Mönchengladbach: Einkauf mit gefälschten Kreditkarten

Mönchengladbach: Einkauf mit gefälschten Kreditkarten

Wegen banden-und gewerbsmäßiger Fälschung von Kreditkarten hat die Erste Strafkammer des Landgerichts einen Rumänen zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte (27), der sich in Köln bei einem Landsmann aufhielt, war bei der letzten Tat am 1. Oktober 2009 in einem Gladbacher Supermarkt von einem Ladendetektiv bei dem Versuch gestellt worden, teure Laptops mit einer gefälschten Kreditkarte zu bezahlen.

Vor Gericht wiederholte der 27-Jährige das Geständnis, das er bereits bei der Polizei abgelegt hatte. Aber die Hintermänner kenne er nicht. Er sei im vergangenen Jahr in die Bundesrepublik gekommen, weil "ich hier arbeiten wollte". Seltsamerweise reiste der arbeitslose Rumäne mit fünf "Zahlungskarten mit Garantiefunktion" ein. Mit drei Karten war er in Gladbach und Düsseldorf auf Einkaufstour. Die drei Karten habe er unbekannten Landsleuten zur Verfügung gestellt, beteuerte der Angeklagte.

Die Magnetstreifen der Karten wurden anschließend von unbekannten Fälschern mit neuen Daten verändert. Tatsächlich waren das echte Daten von US-Amerikanern, die aus einer Serie gestohlener Karte stammen sollen. Mitarbeiter der Frankfurter Kartenzentrale waren sich sicher, dass mit "solchen Karten auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird". Davon wisse er nichts, sagte der Angeklagte. Für die Einsätze in den Supermärkten habe er täglich 100 Euro Provision erhalten. Ansonsten habe er sich keine Gedanken gemacht. Namen von Hintermännern könne er nicht nennen: "Mir wurden lediglich Vornamen genannt."

Dass er völlig ahnungslos nach Deutschland gekommen sei, nahmen ihm die Richter nicht ab. Schließlich hatte er bei einem Landsmann in Köln gewohnt. Der Bekannte habe mit dem Fall nichts zu tun. Zugleich weigerte sich der Angeklagte, den Namen des Landsmannes zu nennen. Am Ende hatte der Rumäne Pech. Offenbar war er bereits in Düsseldorfer und Ratinger Supermärkten Warenhausdetektiven aufgefallen und auf Videoaufnahmen entdeckt worden.

Die Detektive warnten Kollegen in Gladbach und beschrieben den mutmaßlichen Täter — mit den betrügerischen Einkäufen war es zu Ende. Der Angeklagte hinterließ einen Schaden von 3900 Euro. Eine Bewährungsstrafe, wie vom Verteidiger gefordert, hielten die Richter für nicht angemessen. Der Rumäne muss für vier Jahre ins Gefängnis.

(RP)