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Mönchengladbach: Eine Reise zum Traumberuf

Mönchengladbach : Eine Reise zum Traumberuf

Die Handwerkskammer Düsseldorf hat den 18-jährigen Athanasios Zekios aus dem Autohaus Lamparter ausgezeichnet. Mit 16 hat er seine griechische Heimat verlassen, weil er dort kaum Chancen sah, seinen Traum zu verwirklichen.

Athanasios Zekios hat ein gewinnendes Wesen. Wenn er lacht, lacht sein ganzes Gesicht mit, und man kann eigentlich nur mitlächeln. Der Stolz ist ihm deutlich anzusehen, und er hat auch allen Grund dazu: Die Handwerkskammer Düsseldorf wählte zusammen mit den elf Kreishandwerkerschaften aus dem gesamten Kammergebiet den Lehrling des Monats aus, und im November fiel die Wahl auf den jungen Auszubildenden zum Kfz-Mechatroniker aus dem Mönchengladbacher Mercedes-Autohaus Hermann Lamparter. "Wer im Handwerk eine Berufsausbildung durchlaufen hat, der weiß nicht nur etwas, sondern kann bereits vieles. Ich freue mich, dass wir in Athanasios Zekios eine Persönlichkeit auszeichnen, die genau diesen klassischen handwerklichen Karriere- und Aufstiegsweg als attraktiv erkannt hat", sagte Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, der zusammen mit Kreishandwerksmeister Frank Mund neben der Urkunde auch eine Uhr überreichte.

 Kreishandwerksmeister Frank Mund, Bürgermeister Michael Schroeren, Athanasios Zekios, Thomas Lamparter und Kammerpräsident Andreas Ehlert (v.l.).
Kreishandwerksmeister Frank Mund, Bürgermeister Michael Schroeren, Athanasios Zekios, Thomas Lamparter und Kammerpräsident Andreas Ehlert (v.l.). Foto: Knappe Jörg

Mit 16 Jahren verließ Zekios seine griechische Heimat in der Nähe von Korfu. Er wollte eine bessere Zukunft für sich, und die sah er in Griechenland nicht. Motoren und Getriebe sind seine Leidenschaft. "Autos und Motorräder sind toll. Ich habe mit meinem Vater oft an Autos und unserem Oldtimer gearbeitet", erzählt er und strahlt. Doch in Griechenland in diesem Bereich einen Ausbildungsplatz und eine echte Perspektive zu bekommen, sei sehr schwer.

In der zehnten und elften Klasse machte er eine Klassenfahrt über die Schweiz nach Deutschland, das Land gefiel dem jungen Griechen sofort. Der 18-Jährige fragte seine Tante und seinen Onkel, die in Viersen leben, wie die Chancen stünden, in Deutschland eine Ausbildung zu machen. Es wurde klar, dass er hier bessere Aussichten haben würde. Er nahm sein Leben in die Hand und entschloss sich, nach Deutschland zu gehen. Auch von seiner Familie zu Hause bekam er Rückhalt für seine Entscheidung.

"Es war keine einfache Entscheidung. Ich telefoniere jeden Tag mit meinen Eltern. Als ich meiner Mutter von dem Preis erzählt habe, hat sie sogar geweint", erzählt der mittlerweile 18-Jährige. Nach sechs Monaten bei seiner Tante wohnt er nun in seiner eigenen Wohnung und hilft seinem Cousin im Restaurant, um seine Deutschkenntnisse weiter zu verbessern.

"Seine Bewerbung hat uns sofort interessiert. Ein 16-Jähriger, der seine Heimat aufgrund der schwierigen Arbeitsmarktverhältnisse verlässt, um seine Zukunft hier selbst in die Hand zu nehmen, der sich mit guten Sprachkenntnissen und selbstbewusst bei uns vorstellt und beim Probepraktikum auch noch fachlich überzeugt, der muss uns interessieren", sagte Firmenchef Thomas Lamparter. Nach einem knappen halben Jahren Einstiegs-Qualifizierung hat er das "Ausnahmetalent" direkt ins zweite Lehrjahr einsteigen lassen. Für seine Zukunft nach der Ausbildung hat Zekios schon Pläne: "Ich möchte meinen Meister machen", sagt er selbstbewusst.

"Das sind genau die Fälle, die Eltern, Lehrern und der Politik signalisieren können: Das Handwerk ist erste Adresse, wenn es um berufliche Integration geht", sagte Ehlert. "Kein anderer Wirtschaftsbereich bietet in vergleichbarem Umfang Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten für junge Menschen, die anderswo kaum eine Chance haben." Mund verband seine Gratulation mit einer Würdigung des Ausbildungs-Engagements von Thomas Lamparter, dessen Werkstatt- und Autohandelsunternehmen in den letzten 25 Jahren 150 junge Menschen ausgebildet hat; aktuell sind von den 91 Mitarbeitern 24 Auszubildende.

(eba)