Mönchengladbach: Eine mörderische Nacht mit mutigen Männern

Mönchengladbach: Eine mörderische Nacht mit mutigen Männern

Zur Krimi-Ladies-Night im BIS waren auch viele Männer gekommen - offensichtlich furchtlos, obwohl es dieses Mal hieß: "Frauen morden eben anders." Unterstützt von acht Krimi-Autorinnen hatte Claudia Uebach-Pott die Blutspur der elften Mönchengladbacher Krimitage weiter ausgelegt.

Als einziger Mann auf der Bühne brachte Ulrich Borchers am Klavier sanfte Töne ein. Nervenstärke bot ein Büffet in der ersten Pause. Ansonsten wurde nach Herzenslust gemordet, mal augenzwinkernd, mal gruselig oder eher sanft - natürlich nur auf dem Papier. Anja Puhane führte durch die mörderische Nacht, um diese mit einer eigenen Lesung zu beenden.

Den Anfang machte Anja Labussek mit einer mordenden Oberstudienrätin. Könnte die Leiche ein Schulskelett geworden sein? - mochten sich der Zuhörer einen Moment lang fragen, um schließlich über die Teilhabe am Gedankenspiel der Biologielehrerin auf die richtige Spur zu kommen. Brigitte Lamberts, die im Duett mit Annette Reiter schreibt, bewies einen Hang zum Spektakulären. Sie entfaltete beim Auszug aus dem Roman "Totgetanzt" eine unheimliche Atmosphäre um merkwürdige Accessoires für eine Leiche. Als es besonders spannend wurde, brach die Schriftstellerin ab und überließ den Zuhörern die Ungewissheit.

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Ella Dälken hingegen las eine komplette Kurzgeschichte aus der Anthologie "Tödlicher Glühwein". Sie verriet, dass ihr aktueller Roman "Nur fünf Tage" eher traurig und ernst sei. Um das erst einmal abzuschließen, schreibe sie momentan an einer Komödie. Von "Mordsschafen" handelt Heidi Möhkers Krimi. Die Autorin gestand, dass sie literarisch Morde auf die sanfte Tour bevorzuge. Einen regelrechten Psycho-Thriller breitete Glauser-Preisträgerin Regina Schleheck aus. Die Hörer ahnten gleich, dass deren Ich-Erzählerin etwas Ungeheuerliches zu sagen hat, und lauschten gebannt. Andrea Tillmanns entführte mit der lakonischen Frage "Wo liegt denn nun die Leiche?" an einen Aachener Tatort. Zu Marion Feldhausens Roman "Friedensengel" ging es bis nach Kolumbien. Im Krimi um Bürgerkrieg und illegale Waffenlieferungen achtet Feldhausen auf Realitätsnähe. So kann "ihr" Kommissar die undurchsichtige Story auch nur zum Teil auflösen.

(anw)
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