Mönchengladbach: Eine mobile Denkfabrik für den Geropark

Mönchengladbach: Eine mobile Denkfabrik für den Geropark

Gemeinsam mit den Bürgern will der Verein MG 3.0 die Ideen des Masterplans ausarbeiten. Dazu geht am 28. Juni ein markanter Bus auf die Planungsreise. Erste Station ist der Geropark. Das Vorzeigeprojekt wird vom Bund gefördert.

Wenn in Berlin im Bundesbauministerium all die Vorzeigeprojekte zur Stadtentwicklung aus Deutschland vorgestellt werden, gibt es beim Mönchengladbacher Masterplan-Projekt besonders viele anerkennende Nachfragen. Denn nirgends sonst wird ein so umfangreicher Prozess der Stadtplanung mit so systematischer und innovativer Einbeziehung der Bürger umgesetzt. Das jüngste Beispiel, das der Bund mit 90 000 Euro gefördert hat, wird den Geropark am Samstag, 28. Juni, in eine riesige Planungslandschaft verwandeln. Masterplan-Verein MG3.0 und Studenten des Kompetenzzentrums "Social Design" der Hochschule wollen die Bürger auf pfiffige Art und Weise verführen, sich bei der Gestaltung von Platz und Park einzumischen.

"Wie zentral dieser Platz ist, haben wir im Winter beim Gastspiel Zirkus Roncalli gesehen und sehen es heute bei der Heiligtumsfahrt wieder", sagt Fritz Otten, Vorsitzender von MG 3.0. Auch das Masterplan-Team von Sir Grimshaw hat den Platz als besonders wichtigen Ort für die Umsetzung der Idee des Gladbach-Tals definiert. Grün und Wasser statt Beton und Autos - das ist die Grundidee. Aber wie soll der Platz genau aussehen?

Fragen statt Antworten. Das soll typisch werden für die Umsetzung des Masterplans in der Stadt. Und so wollen die Planer in offenen Themenpavillons von den Bürgern, für die Platz und Park ja gestaltet werden sollen, wissen: Wie sollen Sie den Park nutzen? Wie kann Mobilität im Gladbach-Tal neu organisiert werden? Wo sind die wichtigen Orte und Wege? Wie könnte die Stadtmauer sichtbar werden? Wie können wir gemeinsam planen? "Wir wollen zuhören", sagt Stephan Brings, Vorstandsmitglied von MG 3.0. Auch den Anwohnern, die Sorge haben, weil der Parkplatz wegfällt und wenige Meter weiter noch ein zweiter? "Selbstverständlich. Die Sorgen der Anwohner sind sehr wichtig. Wir sind auch dabei zu analysieren, was zu welchem Zeitpunkt des Tages im Moment auf dem Platz überhaupt passiert", sagt Otten.

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Stadtplanung nicht am Schreibtisch, sondern in Gesprächsrunden im Bus - kein Wunder, dass man darüber selbst in Berlin staunt. Tatsächlich ist neben den Themenpavillons ein Bus die zentrale Idee der mobilen Denkfabriken. Der frühere NEW-Bus gehört dem Masterplan-Verein. Er ist nicht nur spektakulär beklebt (Otten: "Das ist ab jetzt unsere moderne und fahrende Litfasssäule"), sondern von innen auch so ausgestattet, dass er für kleine Diskussionsrunden genutzt werden kann. "Der Masterplan kommt zu den Bürgern. Und die Bürger bringen den Masterplan zum Leben - das ist unsere Idee", sagt Fritz Otten. Die mobilen Denkfabriken wird es regelmäßig geben, immer dort, wo die nächste Umsetzung ansteht. "Das kann in der City Ost sein oder am Polizeipräsidium oder am Rheydter Bahnhof. Am 28. Juni geht es im Geropark um 12 Uhr los. Das Gero-Camp mit den Pavillons geht von 12.30 bis 17 Uhr. Außerdem gibt es zwischen 12 und 17 Uhr Stadtführungen zum Abteiberg. An diesem Tag gibt es im Geropark auch Stände mit Essen und Trinken.

Um 16 Uhr eröffnet dann das Museum den "Ahnungslosen Traum vom Park". Aus den Vorschlägen der Bürger zum Geropark soll bis Ende des Jahres dann ein Entwurf entstehen, der später Schritt für Schritt umgesetzt wird.

(RP)
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