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Mönchengladbach: Ein Zoo voller Babys

Mönchengladbach : Ein Zoo voller Babys

Die Bewohnerzahl im Tiergarten wächst und wächst: Seit Februar verwandeln sich immer mehr Gehege in Kinderzimmer für tapsige Nachkommen. Jetzt haben auch die Luchse, Nasenbären, Wisents und Sikahirsche Zuwachs bekommen.

Ein Ponyfohlen wird in den nächsten Tagen geboren. Die Luchs-Mama hat sich gemütlich auf die Seite gelegt, die drei Jungen kuscheln sich an ihren Bauch. Das Muttertier schleckt ein fünf Wochen altes Wildkätzchen nach dem anderen sorgfältig mit der Zunge ab, dann döst die Gruppe wieder vor sich hin. Nebenan bei den Nasenbären ist mehr los, denn da ist gerade Fütterungszeit.

Die sechseineinhalb Monate alten Racker schnappen sich rohe Eier, Fleisch und Brot aus der Schüssel, toben durch das Gehege, krallen sich kopfüber an der Zaun-Decke fest. "Die können klettern wie Affen", sagt Norbert Oellers und lacht. Derzeit ist er nicht nur Tiergarten- sondern irgendwie auch Kindergartenleiter: In den Gehegen wimmelt es nur so vor Nachwuchs, seit Februar füllt sich der Zoo mit Babys. Den Anfang machten die Kamerun-Schafe, die vor zwei Wochen ein neues Mitglied in ihrer Herde begrüßen konnten.

Geburt eines Ponyfohlens

"Etwa 70 Prozent Nachwuchs sind jetzt da", sagt Norbert Oellers. Die Geburt eines Ponyfohlens steht noch an, "wir warten stündlich darauf", erzählt er. Vermutlich gibt es dieses Jahr noch Zuwachs beim Damwild, den Eseln, Mufflons, Kaninchen und Meerschweinchen.

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Ein Großteil der Tiere werde abgegeben, etwa an andere Zoos, sagt Oellers. Von den jungen Nasenbären sollen aber ein paar in Odenkirchen bleiben. "In den nächsten Tagen sehen wir nach, welches Geschlecht sie haben", erzählt der Parkleiter. Sind es zum Beispiel fünf Männchen und nur ein Weibchen, müssen sich ein paar Männchen verabschieden. "Das Geschlechter-Verhältnis im Gehege muss stimmen", erklärt Oellers.

Wenn es ums Fressen geht, sind die etwa sieben Wochen alten Baby-Zebramangusten ähnlich quirlig wie die Nasenbären. Kaum steht die Schale mit Obst, Fleisch und anderen Zutaten bereit, wühlen sich die erdmännchen-ähnlichen Mangusten mit den Vorderpfoten durchs Buffet und werfen erst mal alles beiseite, auf das sie jetzt gerade keinen Appetit haben. Ihre fünf Geschwister, die vor acht Tagen zur Welt gekommen sind, bleiben derweil lieber im Bau. "Zebramangusten haben sehr scharfe Zähne, da sollte man fern bleiben", mahnt Oellers.

Ganz in der Nähe hat das Sikawild sein Gehege. Zwei neun Tage alte Kälber, die aussehen wie Bambi, staksen dort ihren Müttern hinterher. Auch die vier Wochen alte Burenziege und das elf Tage alte Wisent-Mädchen halten sich noch oft bei Mama auf, ganz anders als die vier frisch geschlüpften Nandus: Die drängen sich stattdessen unter die Rotlichtlampe im Warmhaus.

"Wir haben sie von einem Züchter aus Viersen", erzählt Norbert Oellers. "In den nächsten Tagen bringt er uns noch mal vier dazu". Wenn die Nandus sechs bis sieben Wochen alt sind, dürfen die Laufvögel dann raus an die Luft: Sie ziehen zu den Kängurus. Die haben dieses Jahr übrigens keinen Nachwuchs bekommen.

(naf)