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Eine-Stadt-Fest in Mönchengladbach: Ein Kurzurlaub auf der alten Stadtgrenze

Eine-Stadt-Fest in Mönchengladbach : Ein Kurzurlaub auf der alten Stadtgrenze

Beim elften Eine-Stadt-Fest feierten rund 80000 Besucher drei Tage lang auf der Brucknerallee und der Richard-Wagner-Straße. Weil es so voll war, soll dasFestgelände 2014 erweitert werden.

Um kurz vor halb fünf Sonntagnachmittag stand Marco Rothermel beim Eine-Stadt-Fest auf der Bühne und sah vor sich ein Menschenmeer. Doch nicht nur dort herrschte Gedränge: Auch auf der Gastronomiemeile und dem Kunsthandwerkmarkt war es voll. Am Freitag und am Samstag bot sich auf dem gut 1,5 Kilometer langen Festgelände an der Brucknerallee, der Richard-Wagner-Straße und der Breite Straße ein ähnliches Bild. Wie viele Besucher insgesamt da waren, wollte der Mitorganisator vom Verein "Campus" Sonntag erst gar nicht schätzen. "70- bis 80000" sei sein persönlicher Eindruck, sagte er dann.

Einer davon war Bernd Hochheimer, Keyboarder der Karnevals-Band "De Boore" - und der schaute gleich zweimal vorbei. Eine Getränkekiste nach der anderen stapelte Bernd Hochheimer am Samstagnachmittag auf der Breite Straße in die Höhe und kletterte hinauf. Konzentriert balancierte er auf dem schmalen Turm, eine Helferin reichte ihm Kiste Nummer zwölf an, die letzte. Hochheimer stieg oben drauf, der Turm schwankte — doch er hielt, und die Zuschauer jubelten. "Das war sehr wacklig da oben", sagte er, als er wieder auf der Straße stand. Ganz privat war der Musiker, der in Mönchengladbach lebt, beim Eine-Stadt-Fest unterwegs und probierte sich auf der Kindermeile als Kistenkletterer. "Meine Bandkollegen sind im Urlaub und trinken wahrscheinlich gerade Caipirinha am Strand", erzählte er.

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Bernd Hochheimer machte eben Kurzurlaub auf dem Eine-Stadt-Fest. "Ich war gestern auch schon da", sagte er. Von elf Eine-Stadt-Festen habe er fünf miterlebt, "es ist immer wieder schön". Nur, dass abends die Toilettenwagen schon geschlossen seien, während an den Ständen noch Getränke ausgeschenkt werden, störe ihn. Trotzdem wollte Hochheimer gleich noch mit Lebensgefährtin Annika Baumann zur Cocktailbar. Denn sie hatte gewettet, dass er nicht alle zwölf Kisten hochklettern kann — und schuldete ihm nun einen Caipirinha.

Anwohner Ajoh Köhazy und seine Frau Katharina verschlug es am Samstagabend ebenfalls an die Cocktailbar. Das Paar wohnt in Rheydt, zum Cocktailtrinken überquerten sie die alte Stadtgrenze nach Mönchengladbach. Ajoh Köhazy hat noch keines der Eine-Stadt-Feste, mit dem die Eingemeindung Rheydts gefeiert wird, verpasst. "Es ist toll, dass dieser Bereich der Stadt so attraktiv genutzt wird. Sonst ist das hier ja nur Parkfläche", sagte er. Für die Anwohner sei das Fest wegen der Lautstärke zwar auch eine Belastung, "aber es ist ja nur einmal im Jahr".

25 Gastronomen waren diesmal auf dem Fest vertreten, mit Spezialitäten aus verschiedenen Ländern, Rumpsteak und Thai-Nudeln, Bio-Salaten und Kuchen. Ebenso viele Kunsthandwerker boten ihre Ware an, zum Beispiel Aquarelle, Schmuck und Ledertaschen. In der "Kids World" auf der Breite Straße konnten sich die Besucher rund 30 Meter mit dem Kran hoch fahren lassen, an Bungee-Seilen befestigt Trampolin springen oder eben auf Getränkekisten klettern.

"Wir setzen beim Eine-Stadt-Fest auf Qualität. Das macht uns aus", sagte Marco Rothermel gestern. Dahinter stecke natürlich auch viel Aufwand. Umso schöner ist es dann für ihn, wenn die Tische an den Gastro-Ständen voll besetzt sind und sich vor den Auslagen der Kunsthandwerker die Besucher drängen. Für die zwölfte Auflage kündigt Rothermel eine Neuerung an, die das Festgelände betrifft: "Im kommenden Jahr werden wir wohl noch ein ganzes Stück wachsen, um all die Leute unterzubringen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kunst und Köstlichkeiten beim Eine-Stadt-Fest 2013 in Gladbach

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