Mönchengladbach: Ein hölzerner Nagel für St. Marien

Mönchengladbach: Ein hölzerner Nagel für St. Marien

Bruder Stephan Oppermann vom Kloster Maria Laach hat den sinnträchtigen Nagel aus einer 130 Jahre alten Buche geformt. Bis zum Weißen Sonntag soll er im Vorraum der Kirche St. Marien Rheydt zu sehen sein. Er wiegt eine Tonne.

Den Schuldschein, der uns wegen der nicht befolgten Gesetzesvorschriften belastete, hat er für ungültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt.

Auf diesen Satz aus dem Kolosserbrief 2,14 bezieht sich die Arbeit, die in der Kirche St. Marien Rheydt zu bewundern ist. Ein hölzerner Nagel ist es, er wiegt eine Tonne, und seine Spitze weist nach Osten - zum Altar. Bis zum Weißen Sonntag soll das Kunstwerk im Vorraum des Gotteshauses liegen. "Die Arbeit erinnert uns an den Großmut, mit dem unsere Sünden getilgt wurden, indem Christus den Schuldschein ans Kreuz nagelte", sagt Pfarrer Klaus Hurtz. Er hat den Künstler gebeten, dieses Werk für die Rheydter Kirche zu schaffen. Der Künstler - das ist der 34-jährige Stephan Oppermann aus dem Benediktinerkloster Maria Laach. Er ist der jüngste Bruder des Klosters - und er ist staatlich geprüfter Gestalter in Blumenkunst und studiert derzeit Bildhauerei in Bonn. Ein Künstler-Bruder, wie ihn das Kloster seit seiner Gründung immer wieder hervorgebracht hat.

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Mit der Kettensäge hat Bruder Stephan den Nagel aus dem Stamm einer 130 Jahre alten Buche herausgearbeitet. Für die entstandenen Risse hat Pfarrer Hurtz schon eine Idee. "Die Kirchenbesucher können Zettel mit ihren Wünschen hineinstecken", sagt er. "Dann wird aus dem Kunstwerk ein Klage- und Wunschnagel." Vor einigen Jahren hat er einen großen Bericht über den Künstler-Bruder Stephan Oppermann gelesen. "Da ging es um seinen besonderen Blumenschmuck." Da war sein Interesse geweckt. 2015 war Bruder Stephan zum ersten Mal in Rheydt und begeisterte in St. Marien mit seiner Kunstfloristik - in Form eines umgedrehten Baumes. Im vergangenen Jahr waren es die kunstvoll gestalteten Urnen, die in St. Marien zu sehen waren. Und jetzt der Nagel.

Der aus Oberwesel stammende Mönch lebt seit 2007 in der benediktinischen Gemeinschaft in Maria Laach. Nach seinem Postulat legte er 2011 zunächst die sogenannten Zeitlichen Gelübde ab. 2014 hat er sich mit der feierlichen Profess ans Kloster gebunden. Inzwischen sind die Kontakte zwischen der katholischen Gemeinde und dem Kloster Maria Laach sehr freundschaftlich. Klaus Hurtz war schon einige Male in der schönen Anlage in der Eifel. Und sein Kollege Manfred Riethdorf weilt regelmäßig dort. Bruder Stephan gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von seinem Kloster spricht. Deshalb kehrt er immer wieder gerne dorthin zurück. "Ich bin froh, dass ich in Bonn studieren kann", sagt er. So pendelt er täglich und kommt abends immer wieder zurück ins Kloster. "Alles andere wäre schwierig für mich", sagt er.

(RP)
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