Mönchengladbach: Ein echter Mack zieht mit der Polizei um

Mönchengladbach: Ein echter Mack zieht mit der Polizei um

Das Werk "Zirkel-Raster" des renommierten Künstlers hängt noch im alten Präsidium. Sein Wert - rund 60.000 Euro.

Es ist 2,5 mal drei Meter groß, und lange Zeit dachten die meisten, die täglich daran vorbeigehen: Das ist doch ein großer stilisierter Fingerabdruck. Ist auch naheliegend, denn die Arbeit hängt im Foyer des Polizeipräsidiums. Doch es handelt sich um viel mehr, nämlich ein Werk namens "Zirkel-Raster" des international renommierten Mönchengladbacher Künstlers Professor Heinz Mack. Es hängt dort seit mindestens 30 Jahren, und jetzt zieht es mit der Polizei um.

Wie der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes bestätigte, wird das Kunstwerk künftig im Foyer des neuen Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße zu sehen sein. Dazu wird es von den weltweit gefragten Ratinger Restauratoren Thomas Brüning und Michael Schubert aufgearbeitet und ins neue Präsidium gebracht. "Die Ausschreibungen sind bereits gelaufen, das Geld dazu ist schon eingestellt", sagte Armin Lövenich, Leiter der zuständigen Duisburger BLB-Niederlassung, unserer Redaktion. Das Einverständnis des Künstlers Heinz Mack dazu habe man sich auch schon geholt.

Die Kosten sollen nach ersten Schätzungen bei rund 60.000 Euro liegen, allerdings ist die Restaurierung noch nicht genau spezifiziert. Denn das Werk ist durchaus etwas in die Jahre gekommen. An einigen Stellen sind etwa die silbernen Metallstäbe verbogen und müssen erneuert werden.

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Heinz Mack, geboren am 8. März 1931 im hessischen Lollar, lebt und arbeitet seit 1969 auf dem Huppertzhof in Neuwerk. Bereits 1959 hat der Künstler ein Zirkel-Raster gezeichnet. 1974 gelangte das Motiv in einer Auflage von 200 Stück als Serigraphie auf dem Markt. Das Kreismotiv ist elementar im Werk des Künstlers, der zusammen mit Otto Piene 1957 die avantgardistische Künstlergruppe ZERO gründete, zu der später auch Günter Uecker stieß. Die metallische Oberfläche seiner Arbeit im Polizeipräsidium spielt mit dem Licht. Sie fängt es auf, die Strukturen verändern sich, geraten scheinbar in Bewegung, je nachdem, wie das Licht sich verhält. Ein nicht unwesentlicher Aspekt im Werk des berühmten Künstlers.

Heinz Mack ist sehr froh, dass sein "Zirkel-Raster" mit ins neue Polizeipräsidium ziehen wird. "Man hat mir das neue Gebäude und die Wand im Entrée gezeigt, an der meine Arbeit hängen wird", sagt er. Er lässt übrigens nicht nur die Deutung "Fingerabdruck" für diese Arbeit zu, er selbst sieht darin durchaus auch eine Zielscheibe. "Beides passt doch ausgezeichnet ins Polizeipräsidium", sagt er lachend. Dass nicht immer pfleglich mit seinem "Zirkel-Raster" im Polizeipräsidium umgegangen wurde, nimmt er recht gelassen. "Es ist leider so, dass viele Werke im sogenannten öffentlichen Raum nicht so gepflegt werden, wie sie es verdient hätte", sagt er. Aber in diesem Fall ist die Restaurierung ja bereits zugesagt. Und: Im neuen Polizeipräsidium wird ein Schild auf die Urheberschaft hinweisen.

Am Standort Theodor-Heuss-Straße gab es bisher keinen einzigen Hinweis darauf, worum es sich bei dem Werk eigentlich handelt. Nichts wies auf den Künstler Mack und den Namen des Werkes hin. Das soll sich im neuen Präsidium ändern: "Wir werden auf jeden Fall eine Plakette anbringen", sagt Armin Lövenich. "Denn auch fremde Gäste werden in der neuen Kantine essen und an dem Werk vorbeigehen."

(RP)