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Viehstraße: Ein Denkmal mit Seltenheitswert

Viehstraße : Ein Denkmal mit Seltenheitswert

Das Schild an der Einfahrt zu Viehstraße ist ziemlich versteckt. Es steht zwischen ein paar Büschen. Wer es nicht sucht, sieht es erst auf den zweiten Blick. Dabei verkündet es die Einzigartigkeit dieser Honschaft: "Die Viehleite ist als spätmittelalterliches beziehungsweise neuzeitliches Bodendenkmal eingetragen und geschützt. Ein Denkmal mit Seltenheitswert. Denn in der näheren Umgebung findet sich nichts Vergleichbares."

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p class="text">Viehstraße ist also einzigartig, ein Bodendenkmal. Seit 2002 verkündet dieses Schild diesen Fakt. Und noch mehr: Die Viehleite, ein 105 Meter langer und sechs Meter breiter Weg, mit meterhohen Wällen umgeben, der Kühe und Rinder sicher zur Weide leiten sollte, gehört seitdem zum Kulturlandschaftspfad, der zur Euroga 2002 plus konzipiert wurde.

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p class="text">Auch wirtschaftshistorisch hat das umgebende Wäldchen seine Bedeutung. Darin führten Mulden und Senken so viel Wasser, das darin einerseits praktischerweise das Vieh getränkt werden konnte. Und andererseits bot das Gebiet eine ziemlich günstige Gelegenheit, den Flachs einzuweichen. Ein aufwändiges Verfahren, das den Flachs ziemlich teuer machte. Die Pflanze, einst wirtschaftlich von großer Bedeutung für das Umland, war dort so hart, dass einige Exemplare es heute in ein Wegberger Museum geschafft haben. Ohne die Mulden wäre der Flachs über Jahrhunderte kaum einzuweichen gewesen. Erst Schlafhorst erfand im späten 19. Jahrhundert ein Verfahren, das die Senken in dem Biotop verzichtbar machten. Zumindest für den Flachs. Denn lauf Schilt sollen die Feuchtgebiete geschützt werden, viele Pflanzen und Amphibien fänden dort ihren Lebensraum. Nur berichten die Anwohner, dass die Senken durch den Kohletagebau in der Nähe längst abgetrocknet seien.

Die Bewohner sind heute noch diesem Gelände dankbar. Denn es lieferte auch den Lehm, mit dem viele der Häuser in Viehstraße gebaut wurden. Zwischen den Scheunen, in denen die 40 Kühe leben, stehen mehrere Fachwerkhäuser, dahinter erstrecken sich Obstwiesen, und in weiter Ferne ist die Gladbacher Straße zu hören.

(RP)