Mönchengladbach: Ein 47,5 Hektar großer Coup

Mönchengladbach: Ein 47,5 Hektar großer Coup

Aus einer riesigen Brache im Nordpark soll ein hochwertiges Gewerbegebiet werden. Ein Planungswettbewerb der Stadt ist bereits gelaufen. Nur muss die EWMG dazu die maroden Häuser der Briten vom Bund kaufen.

Die Stadt hat sehr konkrete Vorstellungen darüber, was mit der Fläche im Nordpark passieren soll, die derzeit von den Briten verlassen wird. Auf einem 47,5 Hektar großen Areal zwischen Aachener Straße, Autobahn 61 und dem Borussia-Park soll ein hochwertiges Gewerbegebiet entstehen.

Einen favorisierten Entwurf aus dem Planungsbüro Pesch und Partner in Herdecke stellte der Fachbereich Stadtentwicklung gestern in der Bezirksvertretung West vor. Der sieht vor, entlang der Aachener Straße eine Automeile mit Autohäusern zu errichten.

Dazu gebe es bereits zwei Anfragen von Autozentren in der Stadt. Außerdem soll entlang der Autobahn Großgewerbe angesiedelt werden, Grünstreifen entstehen, ein Hotel ist vorgesehen, außerdem Büro- und kleinere Gewerbeflächen. Insgesamt weist der Entwurf rund 30 Hektar Baufläche und neun Hektar Grünfläche aus.

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"Dieser Plan nutzt sehr stark einen Grünzug entlang der Lilienthalstraße als Eingang und Aufenthaltsfläche. Die Anbindung zur Autobahnauffahrt ist ideal", sagte Stadtplaner Burkhard Burau. Die Stadt legt außerdem Wert darauf, dass der Entwurf stufenweise realisiert werden kann und das Gelände für die Frauenfußball-WM 2011 repräsentativ gestaltet wird.

Die Planung ist bereits vorangeschritten. Nun soll der Planungs- und Bauausschuss über den Entwurf befinden. Nur: Das Gelände gehört noch nicht ganz der Stadt und der EWMG. Der Bereich, auf dem derzeit noch die maroden Wohnhäuser der Briten stehen, ist im Besitz des Bundes. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die diese Immobilien vermarktet, hatte ursprünglich angekündigt, die Grundstücke nach Ostern einzeln auf den Markt zu bringen.

In der vergangenen Woche einigten sich EWMG und die BIMA jedoch auf ein Vorkaufsrecht für die Stadt — für den Gesamtkomplex mit rund 140 Häusern. "Die BIMA ist auf die Stadt zugekommen", ließ Burau durchblicken. Ein Angebot ist offenbar bereits eingegangen. Die EWMG prüft dies derzeit. Über die Höhe des Angebotes ist nichts bekannt. Die EWMG weist vehement auf die maroden Häuser hin, die man nur noch abreißen könne. Die BIMA wollte jüngst einen Gutachter den Wert ermitteln lassen. Sollte es zu einer Einigung kommen, müsste das THW auf dem Gelände wohl weichen.

(RP)