Ritterfest in Mönchengladbach: Edle Ritter kämpfen um den Heiligen Gral

Ritterfest in Mönchengladbach: Edle Ritter kämpfen um den Heiligen Gral

Trotz schwerer technischer Probleme wurde die Feuershow "Historica" zum Höhepunkt des Ritterfestes auf Schloss Rheydt.

Allmählich wird es dunkel über der Arena von Schloss Rheydt. Michel von Arragon reitet auf seinem Ross in die Kampfbahn, begrüßt das "Volk von Rheydt". Eigentlich möchte er das Publikum auf den voll besetzten Rängen auf die Historica, eine spektakuläre Flammenshow, die stets der Höhepunkt des Ritterfestes auf Schloss Rheydt ist, einstimmen, doch dann wird er ernst. "Wir haben große Probleme mit dem Licht. Der Regen hat der Technik zugesetzt und wir wissen nicht, ob wir die Show durchziehen können. Wenn es zu gefährlich wird, brechen wir ab. Sollte das Licht ausfallen, bleiben Sie auf Ihren Plätzen", sagt Michael Cornély, wie der Sprecher und Chef der Showtruppe Compania Ferrata im richtigen Leben heißt. Dreieinhalb der vier Scheinwerfermasten sind ausgefallen, Pechfackeln und brennendes Stroh sorgen stattdessen für Licht.

Dann geht es los. Die Historica erzählt die Geschichte von Pferd und Mensch. Pferde galoppieren durch Feuerwände, Römer kämpfen gegen Kelten, Araber gegen Kreuzfahrer, Ritter schießen mit Feuerpfeilen und die drei Musketiere entführen das Publikum an den Hof Königs Ludwig XIV. Die ausgefallenen Strahler sind zur Nebensache geworden. Das Feuer hat die Arena längst in eine ganz besondere Stimmung getaucht. Nach der Show haben die Besucher mit den Folgen des Regens zu kämpfen. Die Wiese, auf der 13 Ritterlager kampieren, hat sich in eine Matschlandschaft verwandelt. "Wir sind an der Grenze. Das Lager ist so groß, dass wir uns für nächstes Jahr etwas einfallen lassen müssen", sagt Peter Schlipköter von der Marketinggesellschaft der Stadt.

  • Mönchengladbach : Schloss Rheydt lädt zum Ritterfest

Tagsüber konnten die Besucher in der Arena ein Ritterturnier erleben. Dabei kämpfen Ritter des Deutschen Ordens gegen die Schergen des Bischofs von Bremen um den Heiligen Gral. Der befindet sich zufällig auf Schloss Rheydt. Natürlich gewinnen nach zahlreichen Kämpfen mit Schwertern, Äxten und Speeren am Ende die Guten und die Zuschauer haben einen Einblick in ritterliche Tugenden bekommen. Die gab es auch bei der Waffenkunde auf dem Mittelaltermarkt zu sehen. Dort traten Ritter verschiedener Waffengattungen gegeneinander an. Viele Besucher kamen in mittelalterlichen Kostümen zum Ritterfest und sorgten so selber für die Kulisse.

An den rund 70 Ständen konnten sie mittelalterliche Mode bestaunen, einen historischen Bauernhof besuchen oder in der Schmiede selber Hand anlegen. Um sich zu stärkern, boten Händler Schandflecke, Ritterwürste und Riesenbrezeln feil. Den Durst stillten Erdbeerbier und Met aus Tonbechern. Bezahlt wurde natürlich nicht in Euros, sondern in Talern. Wer mochte, der konnte ein Stück Mittelalter mit nach Hause nehmen. An zahlreichen Ständen gab es Waffen und Schutzschilde zu kaufen und der Uhu Einstein posierte für Fotos.

Die Ritter des Deutschen Ordens sorgten schon während der Ritterturniere für explosive Stimmung und verwandelten Luftballons in Feuerbälle. Foto: Ilgner Detlef (ilg)
(cli)
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