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Mönchengladbach: Dreiste Trickdiebstähle auf offener Straße

Mönchengladbach : Dreiste Trickdiebstähle auf offener Straße

An der Fliethstraße wurde eine 89-jährige Frau, die mit dem Rollator unterwegs war, bedrängt, abgelenkt und bestohlen. Um an schnelles Geld zu kommen, scheuen Trickbetrüger auch vor den miesesten Maschen nicht zurück.

Elisabeth Hofmanns Goldkette ist weg. Das Schmuckstück mit hohem Erinnerungswert wurde ihr vergangene Woche Samstag an der Fliethstraße gestohlen. Die 89-Jährige ist ein Opfer von Trickbetrügern geworden.

Hofmann war auf dem Weg zum Einkaufen, als eine Frau sie ansprach. Die Fremde, die gerade aus einem Auto ausgestiegen war, fragte nach dem Weg zum Krankenhaus und verwickelte Elisabeth Hofmann, die mit dem Rollator unterwegs war, in ein Gespräch. "Dann wollte sie mir Schmuck schenken und hängte mir zwei Ketten um", berichtet die Seniorin. Was Elisabeth Hofmann erst zu Hause bemerkte: Beim Anziehen der wertlosen Ketten, die auch aus dem Kaugummiautomaten hätten stammen können, muss ihre eigene echte Goldkette gelöst worden sein. Die ganze Sache hätte noch viel schlimmer ausgehen können, berichtet die 89-Jährige, "die Frau wollte mir auch meinen Ring ausziehen und mir einen neuen anstecken. Aber das habe ich verhindert".

Seit Ende vergangenen Jahres komme es vermehrt zu den Schmuckdiebstählen auf offener Straße — und das in verschiedenen Varianten, sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. In einigen Fällen wird nur aus dem Auto heraus nach dem Weg gefragt. Beugt sich der Angesprochene herunter, wird die Halskette abgerissen, und schon ist der Wagen wieder verschwunden.

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"Das Thema ist immer aktuell"

Bei den Tätern handele es sich meistens um Reisende, die nur so lange in der Stadt bleiben, "bis ihnen das Pflaster zu heiß geworden ist", so Theveßen. Irgendwann kehrten sie immer wieder zurück, um es erneut zu versuchen — mit der gleichen Masche oder mit einer neuen. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht über Trickbetrugsfälle berichtet wird. "Das Thema ist immer aktuell", sagt Willy Theveßen.

Zuletzt gab sich ein Dieb als Mitarbeiter eines Pflegedienstes aus, und verschaffte sich so Zugang zu den Wohnungen von Senioren. Mit dem Mann verschwanden auch Geldbörsen.

Als Wasserwerker, Stromableser, Sparkassen-Angestellte, ja sogar als Kripobeamte haben sich Betrüger schon bei Mönchengladbachern, meistens älteren Menschen, vorgestellt. Die Betrugsmaschen scheinen zu funktionieren, sonst würden sie nicht immer wieder angewendet. "Aber wir stellen in Mönchengladbach fest, dass Senioren häufiger skeptisch reagieren und rechtzeitig die Polizei alarmieren", sagt Theveßen. So hat eine Seniorin aus der Stadt einen falschen Teppichhändler entlarvt, eine andere war zu schlau, um auf den Enkeltrick hereinzufallen.

Elisabeth Hofmanns Kette ist zwar gestohlen worden, aber auch sie ist sensibilisiert. "Wenn ich nach draußen gehe, trage ich meine Handtasche immer unter der Jacke", sagt sie. Vielen Bekannten habe sie geraten, das ebenso zu machen. "Das tun sie jetzt tatsächlich", berichtet die 89-Jährige. Sie ist sich sicher: "Wenn ich die Handtasche nur über die Schulter gehängt hätte, wäre mein Portemonnaie nach dem Vorfall an der Fliethstraße auch weg gewesen." Die Polizei mahnt weiterhin zur Vorsicht. Denn die Diebe und Betrüger lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen.

(OTS)